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Stuttgart Institute of Management and Technology
 
Job 18/28 November 2007

Stuttgart Institute of Management and Technology

job 18/28 November 2007

Stuttgarter Zeitung/Stuttgarter Nachrichten 8. September 2007

Sonderveröffentlichung Jobstart für Ingenieure

Das Profil erweitern

Ein MBA-Studium macht Ingenieure erst zu strategisch denkenden Managern

Im Tesa-Werk in Offenburg werden Klebebänder produziert. Mit der in einem Jahr hergestellten Menge könnte die Erde dreimal umwickelt werden. Enrico Briegert leitet die Produktion und hat dafür etwa 300 Mitarbeiter. Der 33-Jährige ist Ingenieur der Verfahrenstechnik. Menschen- und Unternehmensführung hat er wie die meisten anderen Ingenieure seiner Generation an der Hochschule aber nicht gelernt. Dafür wurde er umso mehr "problemlösungsorientiert" ausgebildet. An der Universität hat er auch nicht gelernt, was es bedeutet, erfolgreich zu wirtschaften. Doch auch das gehört heute zu seinem Job: Tesa will nicht nur Markt- und Technologieführer sein, sondern mit seinen Klebebändern auch Geld verdienen. Um das Spiel zwischen Angebot und Nachfrage verstehen zu können, hat Briegert an der Fernuniversität Hagen deshalb den Aufbaustudiengang Wirtschaftsingenieurwesen abgeschlossen und direkt im Anschluss daran im Oktober 2005 eine Ausbildung zum Master of Business Administration (MBA) an der Open University Business School begonnen.

Die Hälfte der Ausbildung hat er inzwischen bereits hinter sich, und im Oktober nächsten Jahres will er das Studium abgeschlossen haben. "Ich lerne beispielsweise, eine Bilanz zu lesen, und bekomme vor allem den ganzheitlichen Blick für ein Unternehmen", begründet er die Qualifizierung. Unternehmerische Abläufe aus einem anderen als dem technischen Blickwinkel kennenzulernen, darum geht es Briegert. Und das ist auch das Ziel eines MBA-Studiums.

Die Wirtschaftsingenieurausbildung war ihm zu theoretisch. Jetzt wird zwar auch theoretisches Wissen vermittelt, die Kenntnisse aber anschließend in Gruppen diskutiert und in Fallbeispielen angewandt. Das alles findet ausschließlich in Englisch statt und überwiegend online. So kann er Beruf, Familie und MBA unter einen Hut bekommen. An einigen Wochenenden treffen sich die Studienteilnehmer, um vis-à-vis zu diskutieren. Im Schnitt arbeitet er 15 Stunden pro Woche an seinem MBA. Der Titel wird ihn rund 25 000 Euro kosten. Das bezahlt er aus eigener Tasche. Die Firma hat er nicht gefragt, ob sie sich beteiligt. "Weiterbildung liegt für mich in der Eigenverantwortung", so seine Überzeugung.

"Wir bekommen das schon deutlich mit, dass sich Ingenieure verstärkt mit einem MBA weiterqualifizieren", so Volker Markmann, Geschäftsführer der Kienbaum Personalberatung in Stuttgart. Er rät auch dazu, "weil die Ingenieure ihr betriebswirtschaftliches und sprachliches Profil deutlich erweitern können". Der Rat gilt aber nicht für alle: Ingenieure, die mit Leib und Seele Techniker sind "sollten das auch weiterhin bleiben", so Markmann. Denn der MBA als generalistische Managementausbildung qualifiziert vor allem für Führungsaufgaben.

Er ist eine amerikanische Erfindung. Dort ist diese Art der beruflichen Weiterbildung denn auch weitaus häufiger verbreitet als hierzulande. Thomas Czeppel, 40-jähriger Ingenieur der Feinwerktechnik und Leiter der elektromechanischen Antriebstechnik bei der Moog GmbH in Böblingen, wurde in Amerika vom MBA-Virus infiziert. "Ich habe einige Jahre in den USA gearbeitet und gesehen, dass die Karriere eines Ingenieurs dort zwangsläufig mit einem MBA-Abschluss verbunden ist." Deshalb hat er nach seiner Rückkehr das Aufbaustudium aufgenommen und vor etwa eineinhalb Jahren die Ausbildung am Stuttgart Institute of Management and Technology (SIMT) abgeschlossen.

Auch er hat an den Abenden und Wochenenden Unternehmensführung und Managementtechniken gelernt: die berufsbegleitende Form ist typisch für diese Ausbildungsart. "Die zwei Studienjahre waren eine große Belastung", gibt der Vater von drei Kindern unumwunden zu. Großzügig sei aber die Arbeitszeitgestaltung des Arbeitgebers gewesen, und auch die finanzielle Unterstützung. "Wir haben einen Großteil der Ausbildungskosten übernommen", so Charlotte Krautter, Personalleiterin bei Moog. Im Gegenzug dafür musste sich Czeppel verpflichten, nach dem Abschluss mindestens zwei Jahre im Unternehmen weiterzuarbeiten.

Moog hat zurzeit vier Ingenieure, die an einem MBA-Programm teilnehmen und die allesamt vom Unternehmen gefördert werden. "Wir finden es richtig und wichtig, wenn ein Ingenieur über den Tellerrand hinausschauen kann", begründet die Personalchefin das Engagement des Unternehmens. Ausschlaggebend für die Zusage der Unterstützung ist, ob die Firma der Person zutraut, ihre Kenntnisse und Fähigkeiten auszubauen. Die Initiative sollte allerdings vom Mitarbeiter kommen, wie bei Weiterbildungen so üblich. "Die Absolventen verstehen nach ihrem Abschluss unternehmerische Zusammenhänge und haben strategisches Denken gelernt", unterscheidet Krautter den reinen Ingenieur vom Ingenieur mit MBA-Abschluss. Auslandseinsätze während der Ausbildungsdauer seien wichtig und würden deshalb ebenfalls gefördert. Wenn möglich, werden sie mit Aufgaben in einem Projekt verknüpft, um beispielsweise doppelte Flugkosten zu sparen.

Die Fachrichtung Internationales Management, an der auch Czeppel teilgenommen hat, wird am SIMT ausschließlich in englischer Sprache durchgeführt. Kurze Auslandsaufenthalte an den internationalen Partneruniversitäten sind in die Ausbildung integriert. Diese dauert insgesamt 20 Monate, findet von Donnerstag- bis Samstagabend im Präsenzunterricht statt und kostet rund 21 000 Euro. Von den Studenten wird vor allem die internationale Atmosphäre geschätzt. Die 21 Teilnehmer des aktuellen Teilzeit-MBA kommen aus acht verschiedenen Ländern.

Im Kurs von Czeppel war die Zusammensetzung ähnlich gemischt. "Unterschiedliche Kulturen, die Meinung eines Australiers im Gegensatz zur Meinung des Franzosen, das war spannend", erinnert er sich. Jeder Interessierte solle auf einen internationalen Rahmen achten, lautet sein Rat. "Internationalität ist das entscheidende Kriterium für einen MBA-Abschluss", ergänzt Personalchefin Krautter.

Peter Ilg

Handelsblatt 16. Juli 2007

Familienunternehmen

WIE DIE FAMILIENUNTERNEHMEN Kärcher, Freudenberg und Festo ihre Führungskräfte fit für den globalen Einsatz machen

Herausputzen fürs internationale Parkett

ANJA MÜLLER | DÜSSELDORF

Wer im Internet sucht, der "googelt". Wer Pflasterwege oder Mauern reinigen will, der "kärchert". So weit hat es Kärcher, der schwäbische Weltmarktführer bei Reinigungsgeräten, gebracht, dass sein Name als Synonym für Hochdruckreinigung benutzt wird. Selbst im Ausland und manchmal zum eigenen Missfallen: Vor rund zwei Jahren sprach der ehemalige französische Innenminister und heutige Präsident Nicolas Sarkozy nach den Straßenschlachten in den Banlieues davon, Pariser Vorstädte "zu kärchern" und randalierende Jugendliche zu vertreiben.

Über so etwas freut sich Unternehmenschef Hartmut Jenner nicht wirklich, aber es zeigt, wie bekannt das Familienunternehmen im Ausland ist. Mit Standorten in 41 Ländern ist die 1935 gegründete Firma ein globaler Spieler - so wie viele deutsche Familienunternehmen. "Sie haben schon früh als Weltmarktführer neue Märkte vor allem im Osten erobert", sagt Ernst Heilgenthal von der Gemini Personalberatung.

Das internationale Geschäft nimmt immer mehr Raum ein und stellt so manche Firma vor ein Personalproblem: Um die Expansion zu stemmen, werden erfahrene Manager gebraucht, die sich auf dem Parkett der Weltmärkte bewegen können. Bei Kärcher müssen Führungskräfte "über interkulturelle Kompetenz verfügen, mit modernen Managementtools arbeiten und einen professionellen Umgang mit Veränderungsprozessen pflegen", sagt Personalchef Rüdiger Bechstein.

International einsetzbare Mitarbeiter braucht auch Freudenberg. Die Familiengesellschaft mit Hauptsitz in Weinheim war schon vor 150 Jahren in der Welt unterwegs. "Damals waren wir noch eine Gerberei, aber auf Beschaffungs- und Absatzseite schon international aufgestellt", erzählt Lorenz Freudenberg, Personalchef bei Freudenberg & Co. Heute produziert das Unternehmen Dichtungen, Filter, Trennmittel und Vliesstoffe, man kennt seine Haushaltsprodukte mit dem Markennamen Vileda. 33 000 Mitarbeiter hat das Unternehmen in 53 Ländern.

Um ihre weltweiten Belegschaften gut zu führen, investieren Kärcher und Freudenberg stark in die internationale Aus- und Weiterbildung ihrer Führungskräfte. Bei dem Reinigunsspezialisten gehören dazu die erste und zweite Ebene, aber auch Nachwuchskräfte mit Potenzial. Rund 100 von 450 Führungskräften hätten entsprechende Programme durchlaufen. Beide Unternehmen setzen bei der Personalentwicklung allerdings bewusst nicht nur auf interne Schulung: Sie suchen den Kontakt mit anderen Unternehmen und Instituten außerhalb Deutschlands.

"Wir glauben nicht an standardisierte, konzernübergreifende Programme zur Personalentwicklung", sagt Freudenberg. Es werde mit jedem Mitarbeiter ? je nach Geschäftsbereich, Position, Branche und Potenzial ? ein maßgeschneidertes Programm erstellt. "Dabei arbeiten wir auch mit international führenden Business Schools zusammen."

Das macht auch Kärcher. Die Schwaben schicken jedes Jahr fünf bis zehn Spitzenkräfte an das Institute for Management Development (IMD) in Lausanne. Und zwar nicht zu Seminaren, die sich auf Familienunternehmen fokussieren, sondern zu solchen, an denen Top-Manager aus Großkonzernen teilnehmen.

Bechstein geht es darum, das persönliche Netzwerk der Mitarbeiter jenseits der Firmengrenzen zu spannen und dadurch auch dem Unternehmen Zugang zu anderen Problemstellungen und Lösungen zu ermöglichen. Der Vorsitzende der Geschäftsführung, Hartmut Jenner, war selbst am IMD und ergänzt: "Wertvoll war für mich auch der Erfahrungsaustausch auf hohem Niveau unter den Seminarteilnehmern, der dort professionell moderiert wurde."

Internationalisierung heißt bei Kärcher auch, dass die ausländischen Führungskräfte geschult werden. Zwar produziert das Unternehmen die Hälfte seiner Geräte in Deutschland, erwirtschaftet aber weniger als ein Fünftel des Umsatzes in der Heimat. Hier zu Lande werden bei Kärcher auf Bereichsleiterebene gut drei Viertel der Führungspositionen intern besetzt. "Im Ausland ist das aber nicht möglich", erklärt Bechstein. Dabei mangele es nicht am Potenzial, sondern an der Vorbereitung geeigneter Kandidaten.

Ziel sei, Auslandsgesellschaften konsequent in die Personalentwicklung für das obere Management zu integrieren, um auf den internationalen Posten die Fluktuation so gering wie möglich zu halten. Dafür nutzt Kärcher auch das Stuttgart Institute of Management and Technology (SIMT). Dort hat das Unternehmen selbst an einem Führungskräfteprogramm mitgewirkt.

Das Familienunternehmen Festo, Anbieter von Automatisierungstechnik mit Sitz in Esslingen und 56 Gesellschaften weltweit, holt ebenfalls ausländische Talente zur Schulung nach Deutschland. So hat der indische Ingenieur Rashmikant Joshi 1998 ein Stipendium für einen MBA in Deutschland erhalten. Bereits bei seinem Start hat Festo ihm nach eigenen Angaben "verantwortungsvolle Aufgaben übertragen und die persönliche Weiterbildung unterstützt". Seit 2002 führt er die Geschäfte von Festo Indien.

Festo, Freudenberg und Kärcher setzen neben den Business Schools auf frühe Erfahrung vor Ort. Bei Freudenberg können Nachwuchsführungskräfte bereits bei ihrer zweiten Position auf eine Auslandsstelle wechseln, egal wo sie eingestiegen sind: Deutsche arbeiten in China, Italiener in den USA, Luxemburger in Deutschland. Sie sollen dadurch Erfahrungen weitergeben und das internationale

Netzwerk verstärken. Lorenz Freudenberg gibt sich überzeugt: "Internationalität entsteht nicht durch das Klassenzimmer, sondern durch die Praxis vor Ort."

 

Handelsblatt 19. Juni 2007 (Auszug)

Unternehmen - Mittelstand - Unternehmenspraxis

Enger Kontakt zu Unis zahlt sich aus

Von Martin Buchenau und Anja Müller

Unternehmen in der Provinz setzen bei der Nachwuchssuche auf ihre Netze mit lokalen Hochschulen und Akademien. Einige Mittelständler suchen den Kontakt zum Nachwuchs möglichst früh und fördern junge Wissenschaftler. Ohne direktes Engagement der Führungsetage funktioniert das selten.

STUTTGART / DÜSSELDORF. Werden Uni-Absolventen nach ihren Wunsch-Arbeitgebern gefragt, dann nennt der begehrte Nachwuchs meist Namen wie Porsche, BMW oder Procter & Gamble. Selbst große Mittelständler haben es schwer, denn sie tragen weniger schillernde Namen und haben ihren Sitz oft in der Provinz, in die sich Jungmanager nicht so einfach locken lassen.

Familienfirmen wie der schwäbische Werkzeugmaschinenhersteller Trumpf oder der Technologiekonzern Voith machen aus der Not eine Tugend: Sie bemühen sich besonders um die Hochschulen und Talente in ihrer direkten Umgebung - und sie machen die Suche zur Chefsache.

"Nirgendwo können wir so konzentriert arbeiten und haben so gute Kontakte wie hier", sagt Trumpf-Chefin Nicola Leibinger-Kammüller. Der Stammsitz Ditzingen klingt nach Provinz und ist es auch. Aber hier ist Trumpf die große Nummer. In der Region ist der Name Trumpf so gut wie der von Bosch oder Daimler. Das ist wichtig im Kampf um die besten Köpfe der Unis - dem potenziellen Führungsnachwuchs. "Wir machen da viel und lassen uns das einiges Kosten", sagt die Firmenchefin.

Trumpf kooperiert mit dem Stuttgart Institute of Management and Technology, kurz SIMT, und fördert Studenten durch Stipendien und Sponsoring. Ganz bewusst setzt Trumpf auf Ditzingen und baut auch dort ein Entwicklungszentrum. "Wir wollen hier alle unsere Entwickler in Deutschland zusammenziehen", sagt Nicola Leibinger-Kammüller.

Derzeit beschäftigt Trumpf am Stammsitz 2 000 der 6 500 Mitarbeiter. Ausgelegt ist die Erweiterung auf 3 000 Beschäftigte. Der Erfolg des Unternehmens aber auch Entlassungswellen bei benachbarten Unternehmen wie bei Daimler-Chrysler haben dafür gesorgt, dass Trumpf mit 1,65 Mrd. Euro Umsatz und 154 Mill. Euro Gewinn beim Nachwuchs einen guten Ruf besitzt. "Hart aber fair geht es hier zu", sagt ein Beschäftigter.

Viele Familienfirmen haben in ihrer Region ein ausgefeiltes Netzwerk zu Ausbildungsstätten aufgebaut, mit sie Talente früh an sich binden und von dem sie in Zeiten des Fachkräftemangels profitieren wollen.

Süddeutsche Zeitung 4./5. Mai 2007 (Auszug)

MBA & Postgraduate - Eine Beilage der Süddeutschen Zeitung

Firmenvertreter willkommen

Anders als bei Universitäten befruchtet die Zusammenarbeit zwischen Business Schools und Unternehmen durchaus die Lehre

Von Chris Löwer

Darauf setzt auch das Stuttgart Institute of Management and Technology (SIMT), das seit März dieses Jahres zur Steinbeis-Hochschule Berlin gehört. Von Anfang an waren hier Unternehmen wie Bosch, Daimler-Chrysler oder Hewlett-Packard im Boot, weil sie auf die Magnetwirkung für Talente aus dem In- und Ausland setzen. Daran ändert sich auch unter neuer Flagge nichts: "Der Steinbeis-Verbund mit seinen Geschäftsfeldern Beratung, Gutachten und Expertisen, Forschung und Entwicklung sowie Aus- und Weiterbildung ist mit vielfältigen Kooperationen auf die Belange der Wirtschaft ausgerichtet", unterstreicht SIMT-Sprecher Peter Greulich und ergänzt: "Wenn eine Business School keine Firmenkooperationen pflegt, dann ist sie keine. De facto sind Unternehmen Kunden jeder Business School, auf deren Wünsche und Bedürfnisse diese eingehen sollten."

Negative Effekte kann Greulich nicht entdecken. Eher ein Missverständnis: "Wenn etwa ein großer Stifter aus der Wirtschaft an einer Universität aktiv ist oder aus dieser Richtung Gelder für Studien fließen, dann ist die Freiheit von Forschung und Lehre in Gefahr." Das Problem interessengeleiteter Forschung stelle sich beim MBA nicht: "Aufgabe einer Business School ist es, Wissen und Personal für spezifische Aufgaben in der Wirtschaft nutzbar zu machen." Was im Falle der SIMT intensiv für den Reinigungshersteller Kärcher geschieht, der als stark wachsender Mittelständler seine Ingenieure fit für Führungsaufgaben machen und international Kräfte gewinnen muss, weil das intern nicht mehr zu stemmen ist. So gesehen fungiert die SIMT als externe Corporate University. Und damit liegen die Schwaben voll im Trend, der dahingeht, dass Firmenunis als internationale Kaderschmieden an Bedeutung verlieren. Zum einen ist der Aufwand für die Unternehmen zu groß, zum anderen schreckt manchen das Label, was auf dem weiteren Karriereweg hinderlich sein kann.

Produktion 25. Januar 2007

Führungskräfteentwicklung

Im Trend: Corporate Universities

von Dr. Ulrike Felger

Produktion - Die Wirtschaftszeitung für die deutsche Industrie, Nr. 4, 2007

WINNENDEN (kk). Gemeinsam mit anderen Mittelständlern macht der schwäbische Reinigungs-Spezialist Kärcher seine oberen Führungskräfte fit für die Herausforderungen von morgen.

"Wir wollen durch gute Partner mit ähnlichen Interessen unsere kritische Masse erhöhen", fasst Rüdiger Bechstein, Bereichsleiter Personal bei der Alfred Kärcher GmbH & Co. KG in Winnenden, die Grundidee einer externen Corporate University zusammen. Gemeinsam mit anderen Hidden Champions aus der Region professionalisiert Kärcher seit fast vier Jahren Ebene 2-Personal und andere Potenzialträger an der Eliteeinrichtung Stuttgart Institute of Management and Technology (SIMT) für die Management-Aufgaben von Morgen.

Management Education Network des Mittelstandes

Die Liste des Konsortialmodells liest sich wie ein Who-is-who des deutschen Mittelstandes: Neben Kärcher haben sich Behr, Dürr, Festo, Mahle, Leitz, LGI, Kern-Liebers, Freudenberg, Trumpf, Fischerwerke, Schuler und Alcatel unter dem Label "Management Education Network" (MEN) die Vorzüge einer erstklassigen Business School direkt vor die Haustür geholt. International tätige Managing Directors und inländische Bereichsleiter bringen in dem drei mal eine Woche fassenden Executive Programm ihre Kenntnisse in Management und relevanten Themen auf den neuesten Stand.

In den Netzwerken schulen die beteiligten Firmen ihre Management-Mitarbeiter in strategischem Management und Globalisierung, Innovationsmanagement, Organisationsentwicklung, Supply-Chain-Management, Finanzthemen, Changemanagement und Leadership. Unterrichtssprache ist Englisch. "Wir müssen künftig dafür sorgen, dass unsere Führungskräfte die Zukunft beherrschen und fit im General Management sind", reagiert man laut Bechstein auf die Dynamik der Märkte. Der Personalleiter strebt eine Beteiligung von mindestens fünf handverlesenen Mitarbeitern seines Unternehmens bei jeder Veranstaltung an. Aus dem Pool der Absolventen will man künftig aus den eigenen Reihen Führungspositionen rund um den Globus besetzen und gleichzeitig ausländische Top-Mitarbeiter stärker binden.

Der klare Einfluss auf Programme und beteiligte Unternehmen ist für Kärcher-Personalchef Bechstein ein wesentlicher Pluspunkt der externen Organisationsform. Durch die festen Zirkel sei eine Beteiligung von Wettbewerber ausgeschlossen - Teilnehmer könnten so viel offener an eigenen Themen arbeiten. Bei Kärcher sieht man in dem Programm neben dem eigentlichen Entwicklungsaspekt eine Wertvolle Plattform für Networking: "Zu neuen internen Kontakten kommt der Austausch mit den anderen Beteiligten". Ausländische Teilnehmer könnten die Qualifizierung mit einem Besuch in der Zentrale vor den Toren Stuttgarts verbinden, so Personaler Bechstein.

Wöchentliche Unternehmensbesuche während der Seminarblöcke vermitteln Einblicke in die Praxis und ergänzen die Qualifizierung. Auf dem Programm stehen dann eine Unternehmenspräsentation sowie ein aktuelles Thema mit Bezug zum Gastgeber. "Kamingespräche mit dem Top-Management der jeweils einladenden Firma geben uns als Auftraggeber die Möglichkeit, die Qualität der Maßnahme zu überprüfen", betont Bechstein. Eine Abschlusspräsentation der Teilnehmer in Anwesenheit des Top-Managements erlaubt weitere Impressionen.

Interkulturelle Kompetenz bei Kärcher unverzichtbar

Der Ansatz einer Corporate University realisiert konsequent die strategischen Ziele des schwäbischen Unternehmens mit Weltmarktführer-Qualität: "Wir üben eine internationale offene gemeinsame Unternehmenskultur mit einer gemeinsamen wertorientierten Führungskultur". Die Beherrschung von modernen Managementtools und der professionelle Umgang mit Veränderungsprozessen seien laut Bechstein für die Umsetzung dieses Ziels ebenso unverzichtbar wie eine ausgeprägte interkulturelle Kompetenz.

Süddeutsche Zeitung 9. November 2006

Metropolregion Stuttgart - Hochschule

Alle Welt im "Harvadle"

Hinter der Idee einer Managerschmiede steckt die Unternehmer-Elite

Manche nennen es gern das "schwäbische Harvadle", auch wenn die Manager-Schmiede im Ortsteil Plieningen vor den Toren Stuttgarts an Studentenzahlen und Finanzkraft der amerikanischen Elitehochschule weit unterlegen ist. Aber mit seinen gerade mal 46 neuen Studenten, die sich im September 2006 beim "Stuttgart Institute of Management and Technology" eingeschrieben haben, muss sich das SIMT auch nicht gerade verstecken - gehört die internationale Business School der Universität Stuttgart in Kooperation mit den Universitäten Hohenheim und Tübingen doch zu den Top 20 im Vergleich der Global Top 100 Business Schools. Das Stuttgarter SIMT gehört immerhin zu den größten Anbietern von MBA-Programmen in Deutschland.

Seit seiner Gründung im Jahr 1999 ist das Institut zwar schon einmal im fünften Jahr seiner Existenz kurz an der Pleite vorbeigeschrammt, aber dann haben die Kuratoren doch noch einmal in die Taschen gegriffen und weitere Mittel zugeschossen, nachdem zuvor auch die Stadt Stuttgart und das Land Baden-Württemberg eingesprungen waren. Hinter der Idee einer privaten Managerschmiede für den Großraum Stuttgart steckt die unternehmerische Elite schwäbischer Schaffenskraft in Form von DaimlerChrysler, Hewlett-Packard, Bosch, Trumpf, Porsche oder Festo, Dürr und Kärcher. Deren Hintergedanke war, dass in einer globalisierten Wirtschaftswelt der grenzenlose Austausch von Wissen und Menschen entscheidend ist für den Geschäftserfolg von heute und erst recht für den von morgen. Und die schwäbischen "Global Player" brauchen Pfadfinder aus aller Welt, die sowohl die Unternehmen der hiesigen Region kennen gelernt haben alcu auch in ihren Herkunftsländern den Boden für deren Auslandsexpansionen bereiten können.

So kommen sie denn aus Aserbaidschan, Bulgarien, China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Indonesien, Japan, Korea, Malaysia, Mexiko, Norwegen, Pakistan, Peru, Polen, Russland, Spanien, der Ukraine, den USA und Venezuela zum "Harvadle". Die vielen ausländischen und die Minderheit der deutschen Studenten verfügen über Studienabschlüsse vor allem in den Ingenieur-, Wirtschafts-, Rechts- und Naturwissenschaften und weiterer Studiengänge sowie über mehrere Jahre Berufserfahrung. Die Gebühren für die 20 Monate Ausbildung zum "Master of Business Administration" halten sich mit 24 000 Euro vergleichsweise in Grenzen. Obendrein gibt es ein berufsbegleitendes Weiterbildungsprogramm für Fach- und Führungskräfte der Wirtschaft.

Erstmals in seiner Geschichte hat das SIMT jetzt die Absolventen der Jahre 2001 bis 2005 befragt - 245 an der Zahl -, und wissen wollen, was aus ihnen geworden ist und ob sich das Stuttgarter Studium für sie ausgezahlt hat: 74 Prozent der Teilnehmer haben nach ihrem MBA-Abschluss bis zu fünf Stellenangebote erhalten, zehn Prozent sogar mehr als fünf Stellenangebote. Die Durchschnittseinkommen der Absolventen, so förderte die Befragung zutage,  haben sich durch den MBA-Abschluss deutlich erhöht.

Höhere Einkommen

Dies gilt nicht nur für die in Deutschland verbliebenen internationalen Alumni, sondern insbesondere auch für diejenigen, die in ihre Heimatregionen Asien und Lateinamerika zurückgegangen sind, wo das Einkommensniveau deutlich niedriger ist.  So liegt bei 29 Prozent das Jahreseinkommen heute zwischen 40 000 und 60 000 Euro (vor MBA-Abschluss: 19 Prozent), bei 21 Prozent zwischen 60 000 und 80 000 Euro (vor dem MBA-Abschluss waren es nur 10 Prozent). Höhere Jahreseinkommen von mehr als 80 000 Euro (10 Prozent) wie auch geringere Jahresvergütungen unter 40 000 Euro (rund 40 Prozent) werden von den Befragten ebenfalls genannt.

Obendrein hat sich herausgestellt, dass die Rechnung der SIMT-Gründer aufgegangen ist. So befinden sich die Stuttgarter MBA-Absolventen beruflich zum großen Teil in einer festen Anstellung und sind häufig bei deutschen Unternehmen im In- und Ausland tätig. Dies gilt besonders für die jüngeren Abschlussjahrgänge. Ihre Kenntnisse setzen sie je nach der Fachrichtung des ersten Studienabschlusses und der vor dem Studium gesammelten beruflichen Erfahrung ein - zum Beispiel als Produkt-, Verkaufs- oder Marketingmanager, Projektmanager, als Analysten, Einkäufer und Logistikmanager, oder als Controller, Manager für die Forschungs- und Entwicklungsplanung des Unternehmens oder Manager für Geschäftsprozesse und Informationssysteme. dad

Heidenheimer Zeitung 11. Oktober 2006

Globaler Wettbewerb unumkehrbar

Stuttgarter Institut für Management und Technologie (SIMT) lud zum Symposion ein

Die Globalisierung habe die Defizite der deutschen Wirtschafts aufgedeckt, erklärte der Wirschaftsminister des Landes, Ernst Pfister, am Montagnachmittag im Konzerthaus. Pfister war einer von mehreren hochkarätigen Referenten, die auf Einladung des Stuttgarter Instituts für Management und Technologie (SIMT) zum einem Symposion zum Thema "Globalisierung" nach Heidenheim kamen.

Von Norbert Pfisterer

Dass die Globalisierung der Wirtschaft ein unumkehrbarer Prozess ist - diese Erkenntnis kam nicht nur im Referat des Ministers, sondern auch in den Vorträgen der regionalen Wirtschaftsführer Dr. Dieter Brucklacher von Leitz in Oberkochen sowie von Dr. Michael Rogowski, Vorsitzender des Aufsichsrats der Voith AG, zum Ausdruck. Brucklacher beleuchtete das Thema aus der Sicht eines regional verwurzelten Familienunternehmens, das sich aus kleinen anfängen heraus zum Global Player entwickelte. Gerade Familienunternehmen seinen in der Lage, auf die Anforderungen des Marktes flexibel zu reagieren und gelegentlich auch strategische Entscheidungen zu treffen, die kurzfristigen Zielen widersprechen.

Ein Unternehmen wie Leitz, so war von Brucklacher zu hören, ?"st von einer starken Verantwortung für die Mittarbeiter geprägt". Es habe in der Firma nie Massenentlassungen gegeben. Die Identifikation der Beschäftigten mit dem Unternhemen, auch in schwierigen Zeiten, sei sehr groß. Nicht zulertzt daraus resultiere der Erfolg auf dem internationalen Markt.

Auf die Anforderungen im Rahmen der Globalisierung hat Leitz frühzeitig reagiert, beispielsweise durch eine flächendeckende und permanente Qualifizierung der Mitarbeiter. "Wir behalten die Wissenbasis im Land", so Brucklacher. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung liegen bei der Oberkochener Firma bei fünf Prozent, der Landesdurchschnitt liegt bei 3,5 Prozent. Die Globalisierung wird in Oberkochen als Herausforderung und Chance, nicht als Bedrohung gesehen. "Unsere Mitarbeiter haben die Internationalisierung vorangebracht", sagte Brucklacher. Durch die Erschließung neuer Märkte und konsequente Kundennähe seien die Arbeitsplätze auf der Ostalb sicherer geworden. Die Wissenbasis soll im Stammwerk weiter ausgebaut werden. Brucklacher: "Wir werden in Zukunft noch mehr für Forschung und Entwicklung sowie für Aus- und Weiterbildung ausgeben". Denn, und davon ist der Unternehmer überzeugt, "nur durch Technologie-Führerschaft können wir auf Dauer am internationalen Markt bestehen".

"Die Globalisierung ist noch lange nicht abgechlossen". Davon ist der Aufsichtsratsvorsitzende der Voith AG, Dr Michael Rogowski, überzeug. Sie habe bei Voith bereits im letzten Jahrhundert mit der Aufnahme von Geschäftsbeziehungen zu China und Österreicht begonnen. Letztlich stehe hinter der Internationalisierung der Unternehmen das Bemühen, die Kosten im Griff zu behalten, sich Zugang zu neuen Märkten zu verschaffen und Wachstum zu generieren. Man könne, so Rogowski, mittlerweile von einem "internationalen Talentwettbewerb" sprechen.

Die Chancem deutsher Unternehmen, international erfolgreich zu agieren, seien groß. Allein in China und Indien wohnen 40 Prozent der Weltbevölkerung - "mit einem riedigen Nachholbedarf". Rogowski: "Der Wille zum Erfolg ist in diesen Ländern gigantisch". Menschen im "kreativen Altersbereich" zwischen 20 und 40 seien dorf in großen Mengen vorhanden, während diese Altersgruppe bei uns dramatisch abnehme. "Deshalb ist die Qualität der Ausbildung das alles entscheidende Kriterium für den Erfolg". Rogowski ist davon überzeugt, dass die Globalisierung nicht umkehrbar ist. Die Chancen dieser Meining nach Entwicklung sind seiner Meinung nach höher zu bewerten als die Risiken. Dabei spiele die Größe eines Unternehmens, das als Global Player auftrete, keine Rolle, sondern allein das Wissen und die Innovationsbereitschaft.

Wirtschaftsminister Ernst Pfister empfahl den Unternehmen, weiter kräftig in Forschung und Entwicklung zu investieren. Sie hälten die Schlüsselrolle für den wirtschaftlichen Erfolg in der Hand. Der Staat könne nur die dafür notwendigen Rahmenbedingungen schaffen und für eine wirtschaftsnahe Forschungsstruktur sorgen. Baden-Württemberg nehme dabei bundesweit eine Spitzenstellung ein. Es gebe im Land eine ganze Reihe von "Kaderschmieden für die Wirtschaft". Auf dem Weg in die weitere Globalisierung seien mutige Schritte notwendig. Pfister: "Wir müssen die Menschen bei der Gestaltung dieses Weges mitnehmen. Nut ein starker Wissenschafts- und Bildungsstandort ist auch ein starker Wirtschaftsstandort".

Heidenheimer Zeitung 11. Oktober 2006

Das "Stuttgart Institute of Management and Technology"

Kaderschmiede der Wirtschaft

(nopf) Das Symposion zum Thema "Globaler Wettbewerb" wurde ausgerichtet vom "Stuttgart Institute of Management and Technology" (SIMT), das von der Voith AG mitbegründet und seither unterstützt wird.

Im Rahmen eines Pressegesprächs vor Beginn des Symposions erläuterten der Vorsitzende des SIMT-Kuratoriums, Professor Menno Harms, Dr. Hermann Jung, Mitglied des Konzernvorstandes der Voith AG, sowie Professor Dr. Karl- Friedrich Ackermann, SIMT-Geschäfsführer die Zielsetzung des Symposions.

Ein positives Bild der deutschen Wirtschaft, vornehmlich der Firmen in Baden-Württemberg, zeichnete Menno Harms. Die Produkte deutscher Hersteller seien nach wie vor weltweit gefragt. Auf Dauer seien die internationalen Märkte aber nur mit intelligenten Komponenten und Lösungen zu erschließen.

"Dazu brauchen wir gut ausgebildete, intelligente Eliten und Talente. Es ist deshalb besonders wichtig, in diesen Bereich zu investieren". Harms ist davon überzeugt, dass darüber hinaus Offenheit, Glaubwürdigkeit und Teamfähigkeit zu den wesentlichen Erfolgsfaktoren gehören.

Auf die wachsende Bedeutung länderübergrefender Zusammenarbeit wies Karl-Friedrich Ackermann hin. Hochschulabsolventen und Berufsanfäager müssten deshalb zusätzliche Fähigkeiten mitbringen - zum Berispiel Sprachkompetenz (englisch und möglichst eine weitere Sprache), soziale Kompetenz und Teamfähigkeit.

Das SIMT arbeitet deshalb eng mit internationalen Dozenten zusammen. Als Studenten aufgenommen werden nur Bewerber mit abgeschlossenem Hochschulstudium und mehrjähriger Berufserfahrung. Derzeit besuchen rund 100 Stunden das SIMT. Sie werden bis zu 16 Monate lang ausgebildet und müssen für das Studium im Durchschnitt 24 000 Euro bezahlen.

Häufig werden die Studierenden von Firmen zur Weiterbildung nach Stuttgart geschickt.

Die Voith AG gehört zu den Gründunsmitgliedern des SIMT und überimmt für die von der Firma entsandten Mitarbeiter die Kosten der Weiterbildung. Denn, so sagte Voith-Voirstandsmitglied Dr. Hermann Jung, "Innovation ist unser wichtigster Rohstoff". Längst seien bei Voith länderübergreifende Teams aktiv. Die Firma habe sich zu einem "Weltfamilienunternehmen" mit mehr als 200 Standorten entwickelt. Jung: "In der globalen Wirschaft kann man nur bestehen, wenn die Vernetzung optimal organisiert ist". Dazu seien hochqualifiziertes Fachwissen, starke, internationale Führungsqualitäten sowie interkulturelles Verständnis und Weltoffenheit notwendig. Dafür biete das SIMT umfassene Ausbildungskonzepte an. Ziel der Ausbildung sei es, die Mitarbeiter auf diese Aufgaben vorzubereiten.

Aalener Nachrichten 11. Oktober 2006

Rogowski: Globalisierung macht Arbeitsplätze sicherer

Heidenheim - Im Südwesten sind die Unternehmen internationaler aufgestellt als im Rest der Republik. Die Folgen für Wachstum und Beschäftigung waren Thema eines Symposiums in Heidenheim.

Von unserem Redakteur Werner Ludwig

Dass Baden-Württemberg mit den exportstarken Branchen Autoindustrie und Maschinenbau zu den Spielmachern des Exportweltmeisters Deutschland gehört, ist in Wirtschaftskreisen keine große Neuigkeit. Doch wenn man als Wirtschaftsminister dieses Bundeslandes über den globalen Wettbewerb spricht, muss man wohl oder übel noch mal darauf hinweisen. "Jeder dritte Arbeitsplatz im Land hängt direkt oder indirekt vom Auslandsgeschäft ab", sagt Ernst Pfister. Oder: "Wir kommen mit 0,2 Prozent der Weltbevölkerung auf einen Export-Weltmarkanteil von zwei Prozent". Einige Zuhörer im Konzert-Haus Heidenheim nicken wissend.

Pfister ist Gastredner beim Symposium "Globaler Wettbewerb - Wachstum und Beschäftigung in Baden-Württemberg", zu dem das "Stuttgart Institute of Management and Technology" (SIMT) Vertreter aus Wirtschaft und Wissenschaft eingeladen hat. Die Weiterbildungseinrichtung mit dem Business-Englisch-kompatiblen Namen arbeitet eng mit der Uni Stuttgart zusammen, im Kuratorium sitzen Manager namhafter baden-württembergischer Unternehmen. Wer das SIMT besuchen will, braucht ein abgeschlossenes Studium, Berufserfahrung und rund 24 000 Euro. Häufigster Abschluss ist der international anerkannte "Master of Business Administration". Derzeit zählt das SIMT rund 100 Studenten aus aller Herren Länder. Das seien noch zu wenig, räumt Geschäftsführer Karl-Friedrich Ackermann ein. Deshalb sei man trotz der Studiengebühren auch auf Spenden aus der Wirtschaft und öffentliche Gelder angewiesen.

Weltweite Arbeitsteilung

Da kann etwas Werbung in eigener Sache nicht schaden, und das Heidenheimer Symposium war genau das richtige Forum dafür. So wurden die Referenten nicht müde zu betonen, dass die wachsende weltweite Arbeitsteilung Mitarbeiter erfordert, die speziell für die Führung internationaler, interdisziplinärer Teams ausgebildet wurden. Und genau das lerne man am SIMT, hieß es öfter. Dass Internationalisierung im Prinzip eine gute Sache ist, stand für die Versammelten außer Zweifel. Mit Voith, dem Oberkochener Werkzeugspezialisten Leitz und dem Stuttgarter Automobilzulieferer Behr waren gleich drei erfolgreiche, global agierende Unternehmen aus dem Südwesten mit Vorträgen präsent.

Die Internationalisierungsstrategie müsse aber zur Unternehmenskultur passen und dürfe nicht einseitig auf die Verlagerung von Arbeitsplätzen abzielen, sagte Leitz-Geschäftsführer Dieter Brucklacher, Präsident des Branchenverbandes VDMA. Gerade die hiesigen Familienunternehmen dürften dabei "ihre Wurzeln nicht vergessen". Voith-Aufsichtsratschef Michael Rogowski wies auch auf Risiken wie Know-How-Diebstahl oder Job-Verluste in einzelnen Branchen hin. Trotzdem zeigte er sich überzeugt, "dass die Arbeitsplätze in Deutschland durch die Globalisierung insgesamt sicherer werden".

EUROPA Magazin 2006

Globaler Wettbewerb - Wachstum und Beschäftigung in Baden-Württemberg

Von Prof. h.c. Dipl.-Ing. J. Menno Harms

Vorsitzender des SIMT-Kuratoriums und Vorsitzender des Aufsichtsrats der Hewlett-Packard GmbH

Der globale Wettbewerb nimmt zu. Weltweit sind in allen Wirtschaftssektoren tief greifende Veränderungsprozesse sichtbar. Wichtige Technologiebranchen wie die Automobilindustrie, der Maschinenbau und die Information- und Telekommunikationstechnik gehören zu den starken Treibern, ebenso die Finanzmärkte und der Handel. In der Politik wird der Freihandel forciert, gleichzeitig bilden sich neue Handelsblöcke. Die Unternehmen des Landes Baden-Württemberg bauen ihre Spitzenpositionen mit Internationalisierungsstrategien weiter aus, um Wachstum und Beschäftigung zu sichern.

(Erster Teil des Beitrag von Prof. h.c. Dipl.-Ing. J. Menno Harms anlässlich des Symposiums des SIMT-Kuratoriums am 9. Oktober 2006 in Heidenheim)

Ost-West-Contact 06/2006

Die Region Zentral- und Osteuropa wirkt wie ein Magnet auf deutsche Firmen, und immer mehr Investitionen fließen inzwischen auch in die EU-Beitrittskandidaten Rumänien und Bulgarien. Gut ausgebildete und sprachgewandte lokale Fach- und Führungskräfte werden für ausländische Unternehmen inzwischen zur begehrten "Trophäe" - und wenn sie denn verfügbar sind, fehlt ihnen häufig der letzte Schliff in punkto Management-Ausbildung.

"Studenten für Stuttgart", Stuttgart Institute of Management and Technology präsentiert Programm jetzt auch in Sofia, Ost-West-Contact 06/2006

Personalwirtschaft 06/2006

Die Entwicklung ihrer Top-Führungskräfte ist für mittelständische Unternehmen eine besondere Herausforderung. In der Regel mangelt es an Masse, um geeignete Programme intern zu lancieren. Der schwäbische Reinigungsspezialist Kärcher setzt im Verbund mit anderen auf eine Corporate University.

Sonderdruck "Corporate University für den Mittelstand am Beispiel Kärcher/SIMT", Personalwirtschaft 06/2006

VIS-A-VIS Economy (Beilage Der FTD) 20. Januar 2006

Europa: MBA-Absolventen auf deutschem und internationalem Arbeitsmarkt erfolgreich

 

HANDELSBLATT, 23. Januar 2006

Stuttgart Institute of Management and Technology

Absolventenstudie 2001 bis 2005

Das Stuttgart Institute of Management and Technology (SIMT) hat unter den Abschlussjahrgängen 2001 bis 2005 eine erste Absolventenstudie durchgeführt: 74 Prozent der Teilnehmer haben nach ihrem MBA-Abschluss bis zu fünf Stellenangebote erhalten. Zehn Prozent erhielten sogar mehr als fünf Stellenangebote.

Die Durchschnittseinkommen der Absolventen haben sich durch den MBA-Abschluss deutlich erhöht. Dies gilt nicht nur für die in Deutschland verbliebenen internationalen Alumni, sondern insbesondere auch für diejenigen, die in ihre Heimatregionen (Schwerpunkte sind Asien und Lateinamerika) zurückgegangen sind und dort auf ein deutlich niedrigeres Einkommensniveau treffen.

Bei 29 Prozent liegt das Jahreseinkommen heute zwischen 40 000 und 60 000 Euro (vor MBA-Abschluss: 19 Prozent), bei 21 Prozent zwischen 60 000 und 80.000 Euro (vor MBA-Abschluss: 10 Prozent). Höhere Jahreseinkommen von mehr als 80 000 Euro (10 Prozent) wie auch geringere Jahresvergütungen unter 40 000 Euro (rund 40 Prozent) werden von den Befragten ebenfalls genannt.

Das SIMT ist die internationale Business School und Weiterbildungseinrichtung der Universität Stuttgart in Kooperation mit den Universitäten Hohenheim und Tübingen.

 

Stuttgarter Zeitung 21. Januar 2006

Gute Chancen für die Absolventen

Simt stellt Auswertung vor

Die MBA-Absolventen am Stuttgart Institute of Management and Technology (Simt) finden nach ihrem Studienabschluss gute Einstiegsmöglickeiten bei deutschen und internationalen Firmen. Dies habe die erste Absolventenbefragung der Business School gezeigt.

Von Inge Jacobs

Die mittlerweile von der Universität Stuttgart geführte Managerschmiede und Weiterbildungseinrichtung Simt hat in einer Befragung ihrer Master of Business Administration (MBA) herausgefunden, dass diese zum großen Teil in einer festen Anstellung und häufig bei deutschen Unternehmen im In- Und Ausland tätig sind. Befragt wurden 245 Absolventen aus den Jahren 2001 bis 2005. Davon haben 90 Prozent die Vollzeitausbildung durchlaufen, zehn Prozent haben ihren MBA-Abschluss berufsbegleitend erworben. Hundert der Befragten haben detaillierte Auskünfte zur Anzahl der erhaltenen Stellenangebote und zu ihrem durchschnittlichen Jahreseinkommen vor und nach der Ausbildung beim Simt gegeben.

Demnach liegt bei 29 Prozent das Jahreseinkommen heute zwischen 40 000 und 60 000 Euro - dies traf vor der Ausbildung in Plieningen nur für 19 Prozent zu. 21 Prozent der Befragten verdienen zwischen 60 000 und 80 000 Euro (vorher: zehn Prozent), und zehn Prozent der Befragten verfügen heute über ein Jahreseinkommen von mehr als 80 000 Euro. Rund 40 Prozent der Masterabsolventen nennen heute jedoch auch Einkommen von unter 40 000 Euro. Jedoch sein hierbei die unterschiedlichen Einkommenssituationen in den Weltregionen zu berücksichtigen.

Der Simt-Geschäftsführer Karl-Friedrcih Ackermann bewertet das Ergebnis insgesamt als positiv, besonders wenn man es mit aktuellen Studien zu Hochschulabsolventen vergleiche. So bewegten sich nach einer Untersuchung der Ludwigsburger Firma Alma Mater die durchschnittlichen Einsteigsgehälter von Hochschulabsolventen zwischen 35 000 und 39 000 Euro. Allerdings bezögen sich diese Zahlen nur auf den deutschen Markt . Den internationalen MBA-Absolventen der Plienunger Business School komme zugute, dass sie vor Beginn ihrer dortigen Ausbilding bereits eine rund fünfjährige Berufserfahrung sowie einen ersten Studienabschluss nachweisen können.

Fest angestellt seien nun etliche von ihnen bei international tätigen Unternehmen wie BASF, Behr, Bosch, Daimler-Chrysler, Danone, Deutsche Bahn, Deutsche Bank, Dresdner Bank, Hewlett-Packard, IBM, MGB Metro, Porsche, Procter & Gamble, Seiko, Siemens, T-Mobile, Trumpf und Union Investment. Die Absolventenbefragung soll künftig jährlich wiederholt werden.

Stuttgarter Nachrichten 18. Januar 2006

SIMT-Absolventen beruflich erfolgreich

von Klaus Eichmüller

Befragung ergibt: Viele Jobangebote, überdurchschnittliche Einstiegsgehälter

Wer am Stuttgart Institute of Management and Technology (SIMT) ein Master-Studium abgeschlossen hat, besitzt gute Berufsaussichten. Das geht aus einer jetzt erstmals veröffentlichten Absolventenbefragung hervor. Wenig überraschend ist das Ergebnis, dass die Studenten nach dem SIMT-Studium mehr verdienen als zuvor.

Von den 245 Absolventen eines Master-Studiums am SIMT der Abschlussjahrgänge 2001 bis 2005 haben sich 100 an der Befragung beteiligt. Diese bescheidene Quote von 41 Prozent liegt zum Teil daran, dass Absolventen der ersten Jahrgänge in ihren Heimatländern Indien oder China nicht mehr erreichbar sind. Möglicherweise besteht auch ein Zusammenhang, dass sich so mancher Absolvent so bewusst, um die Rückzahlung von Studienkrediten drückt. In der Vergangenheit hatten Bankbürgschaften das SIMT in finanzielle Verlegenheiten gebracht.

Von den befragten SIMT-Absolventen hatten 74 Prozent nach dem Master-Abschluss die Auswahl aus bis zu fünf Stellenangeboten, weiteren zehn Prozent lagen sogar mehr als fünf Angebote vor. Bei 29 Prozent der Absolventen liegt das Jahreseinkommen in einem Korridor zwischen 40 000 und 60 000 Euro, 21 Prozent verdienen 60 000 bis 80 000 Euro, zehn Prozent sogar mehr. Andererseits bekommen 40 Prozent der Absolventen eine Jahrsvergütung von weniger als 40 000 Euro. Das liegt aber vor allem daran, dass die Einkommenssituation in den Heimatländern generell deutlich niedriger liegt.

"Das Ergebnis ist positiv zu beurteilen", sagt Professor Karl-Friedrich Ackermann, der Geschäftsführer des SIMT und Lehrstuhlinhaber für Personalmanagement der Universität Stuttgart. Er verweist auf die durchschnittlichen Einstiegsgehälter von Hochschulabsolventen, die in Deutschland zwischen 35 000 und 39 000 Euro liegen. Zu berücksichtigen ist dabei allerdings, dass SIMT-Absolventen zu Beginn ihres Studiums in Stuttgart-Plieningen bereits über einen ersten Studienabschluss verfügen und fünf Jahre Berufserfahrung mitbringen.

Absolventen des SIMT finden beruflich zum großen Teil eine feste Anstellung, sehr häufig sind sie bei deutschen Unternehmen im In- und Ausland tätig. Diese Tendenz verstärkt sich besonders bei den jüngeren Abschlussjahrgängen. Unter den Firmen der Region, die SIMT-Absolventen fest angestellt haben, finden sich unter anderem Behr, Bosch, DaimlerChrysler, Hewlett-Packard, IBM Deutschland, Porsche und Trumpf. Tätig sind sie beispielsweise als Produkt-, Sales- und Marketingmanager, Projektmanager, als Analysten, Einkäufer, Logistikmanager oder Controller.

 

 

Europamagazin

"Herausforderung Zentral- und Osteuropa - Konsequenzen für den Standort "

Von Professor J. Menno Harms, Vorsitzender des SIMT Kuratoriums

Die Länder Zentral- und Osteuropas weisen ein im Vergleich zu Deutschland starkes Wirtschaftswachstum von 4-7 % pro Jahr auf. Viele Unternehmen nutzen bereits die Möglichkeit von Off- und Nearshoring und verlagern betriebliche Prozesse dorthin, um insgesamt wettbewerbsfähiger zu werden. Die Auswirkungen auf die Beschäftigung in Deutschland werden dabei meist überschätzt. Die großen Chancen der neuen Märkte werden dagegen fast immer unterschätzt.

Deutsche Unternehmen sind in den dynamischen Märkten Zentral- und Osteuropas ein bevorzugter Wirtschaftspartner. Exporte und Direktinvestitionen sind in den vergangenen Jahren nachhaltig gestiegen. Grund hierfür sind nicht nur die neuen Marktchancen sondern auch geringere Arbeitskosten, flexiblere Arbeitsmärkte und eine geringere Steuer- und Abgabenlast. Verantwortungsbewusste und innovative Unternehmen sind in diesen Märkten besonders auch aus strategischen Gründen aktiv, um im internationalen Wettbewerb, der nicht zuletzt ein Standortwettbewerb innterhalb der EU-25 und der angrenzenden Staaten ist, bestehen zu können.

Chancen der EU-Osterweiterung nutzen

Dieser Prozess führt, wie eine aktuelle Studie zeigt, per Saldo nicht zwangsläufig zum Abbau von Arbeitsplätzen in Deutschland. Im Gegenteil: Mit Offschoring, Nearshoring und Innovationspartnerschaften erzielen die Unternehmen Einsparungen und können dadurch Produkte und Leistungen günstiger anbieten. Dadurch können die Unternehmen zusätzliche Marktanteile gewinnen und neue Mitarbeiter einstellen, gerade auch in Deutschland. Auf der Beliebtheitsskala ausländischer Unternehmen steht Deutschland unverändert weit vorne, wie eine weitere jüngst veröffentlichte Studie zeigt. Die Infrastruktur und die Ausbildung der Arbeitskräfte wird hoch geschätzt und auch bei der Qualität von Forschung und Entwicklung nimmt Deutschland in der Einschätzung der Befragten die Spitzenposition auf dem Kontinent ein.

Eckpunkte für Wachstum und Produktivität

Um mehr Wirtschaftswachstum, Produktivität und Arbeitsplätze in Deutschland zu erreichen, ist es nur konsequent, wenn wir uns auf Stärken besinnen und die Möglichkeiten der Informations- und Wissensgesellschaft nutzen. Ich will dies mit einigen Eckpunkten aufzeigen:

Investitionen in Forschung und Entwicklung

Von den rund drei Millionen Unternehmen in Deutschland betreiben weniger als 10 % F&E, und insgesamt nur wenig mehr als 1 % tun dies regelmäßig. Wichtig sind Netzwerke innovativer Wertschöpfungsketten für neue und bereits bestehende Technologien.

Ausbau des Wissenstransfers

Der Wissenstransfer von den Universitäten zur Wirtschaft sollt weiter verbessert werden. Mit der beschlossenen Exzellenzinitiative für unsere Hochschulen und der Einrichtung zusätzlicher Graduierten-kollegs, der angestrebten Bildung von Exzellezclustern und Zukunftskonzepten zur internationalen Vernetzung der Disziplinen und der Forschung sind wir hier auf einem guten Weg.

Praxisnahe Ausgründungen

Unsere Hochschulen sollten unternehmerisches Umsetzungswissen stärker lernen und lehren. Es hat ausschließlich Vorteile, wenn Gründer und auch die Forscher die praktischen Wirtschaftsprozesse nicht nur kennen lernen, sondern auch anwenden, beispielsweise Engineering-Verfahren, Produktmanagement, Vertrieb, Service, Preismanagement und betriebswirtschaftliche Messgrößen. Business Schools wie das SIMT leisten hierzu einen wichtigen Beitrag.

Rahmenbedingungen verbessern

Nicht nur die Unternehmen, auch die Hochschulen benötigen bessere Rahmenbedingungen und weniger Bürokratie. Auch wenn Hochschulen keine Unternehmen sind und es auch nicht sein sollen, eines haben sie mit den Unternehmen gemeinsam: Individualität, Kompetenz und Selbstbewusstsein sollten überall gefördert werden, im Wettbewerb der besten Köpfe der Welt.

Führung

Ohne eine Zeitgemäße Führung wird man die gewünschten Ergebnisse kaum erzielien können. Innovationen und Kooperationen werden durch Köpfe und Herzen bestimmt. ?Ideen haben und umsetzen" muss Freude und Leidenschaft erzeugen. Die Bereitschaft und die Fähigkeit zum aktiven Verändern - das ist die Aufgabe der Führung.

Die Chacen, die die Entwicklungen in Zentral- und Osteuropa bieten, sollten wir nicht zuletzt auch mit Phantasie und Kreativität nutzen. Denn im Wettbewerb um höherwertige Wertschöpfung stehen neue Technologien und Verfahren an allen Standorten zeitgleich zur Verfügung. Die entscheidende Frage ist, wie die Ideen an einem bestimmten Standort umgesetzt und wie Ideen und mehrere Standorte miteinander verbunden werden können.

(Beitrag von Prof. h. c. Dipl.-Ing. J. Menno Harms zum Symposiums des SIMT Kuratoriums am 10. Oktober 2005 in Stuttgart)

 

Das Stuttgart Institute of Management and Technology (SIMT) ist die internationale Business School der Universität Stuttgart in Kooperation mit den Universitäten Hohenheim und Tübingen. SIMT arbeitet mit führenden Unternehmen wie Alcatel, Behr, Dürr, Festo, Fischerwerke, Freudenberg, Kärcher, Kern und Liebers, Leitz, Mahle, Schuler und Trumpf zusammen. Als Graduate School of Management bietet das SIMT postgraduale Studienprogramme zum Master of Business Administration (MBA) an. Darüber hinaus bietet es vielfältige Lösungen für die gezielete Aus- und Weiterbildung des mittleren und gehobenen Managements deutscher und internationaler Unternehmen an. Die Lehrmethoden orientieren sich an angelsächsischen Vorbildern. Unterrichtssprache ist in der Regel Englisch.

Business-wissen.de, 16.November 2005

Weiterbildung: Personalentwicklung bei Behr

16.11.2005 - In einem Vier-Punkte-Programm bündelt der Autozulieferer Behr die Entwicklung seiner Mitarbeiter. Lebenslanges Lernen ist für den Hidden Champion aus Stuttgart unverzichtbar, die Weiterbildung seiner Mitarbeiter von Beginn an ist ein Grundpfeiler seines Erfolges.

Behr ZentraleStellen sie sich vor, sie sind ein ehrgeiziger Mitarbeiter, der sich weiterbilden will und nach neuen Herausforderungen im Unternehmen sucht. Doch es ist schwierig, sich in einer großen Firma ohne die richtigen Kontakte allein die steile Karriereleiter hochzuziehen. Bisweilen klemmt man sich die Finger, ergreift man eine Sprosse, auf der schon jemand steht.

Da können firmeninterne Weiterbildungsmaßnahmen dem Mitarbeiter an der besetzten Sprosse vorbeihelfen. So geschah es dem 30-jährigen Pedro Gonzalez, Mitarbeiter im Produktmanagement des Autozulieferers Behr. Eines Abends in der Behr-Zentrale in Stuttgart-Feuerbach kam sein Chef durch die Tür. Er schlug Gonzalez vor, sich berufsbegleitend einen MBA in International Management anzueignen. Etwas besseres konnte Gonzalez kaum passieren.

Das International Management-MBA-Programm absolviert der Spanier am "Stuttgart Institute of Management and Technology" (SIMT). Laut dem Ranking des Londoner "International Recruiters Survey" ist das SIMT einer der besten Anbieter von MBA-Programmen in Europa. Es vermittelt praxisnahe Fähigkeiten, die an der Universität zu kurz kommen, wie betriebswirtschaftliche Methoden, Kompetenz in Marketing und unternehmerisches Denken.

"Der kulturelle Austausch in unseren Kursen ist sehr intensiv. Das macht nicht nur Spaß, sondern bringt natürlich auch viel für meine persönliche Entwicklung. [...] Super war der Kurs zu 'Strategic Operation Management', in dem wir Fälle aus der US-Wirtschaft analysiert haben, oder auch das Seminar zu Technologieinnovationen", berichtet Pedro Gonzalez. [...] 

Zum Unternehmen Behr

Der Hidden Champion Behr GmbH & Co. ist spezialisiert auf Fahrzeugklimatisierung und Motorkühlung. Er zählt zu den führenden Erstausrüstern bei Pkw und Nutzfahrzeugen. In diesem Jahr feiert die Firma ihr 100. Jubiläum. 1905 gründete Julius Friedrich Behr eine Werkstatt zum Bau von Autokühlern. Heute erwirtschaften in 30 Werken und zehn Entwicklungszentren aktuell weltweit 18.175 Mitarbeiter einen Umsatz von rund drei Milliarden Euro. 7.017 davon arbeiten in Deutschland. (Stand: 30.06.2005)

Link zum kompletten Artikel:

http://www.business-wissen.de/de/aktuell/akt23361.html

BwWoche Staatsanzeiger BaWü, 24. Oktober 2005

"Landesregierung sollte gezielte Osteuropastrategie entwickeln"

Köpfe und Herzen der künftigen Entscheidungsträger gewinnen

Das Stuttgart Institute of Management and Technology (SIMT) ist die internationale Business School der Universität Stuttgart. Mehr als 70 Prozent der Vollzeit-MBA-Studenten kommen aus dem Ausland. Die Zahl der Teilnehmer aus Osteuropa soll gesteigert werden, sagt Geschäftsführer Bernhard Seitz im Interview mit Claudia Wittwer.

Welche Rolle spielt Osteuropa für das Stuttgart Institute of Management and Technology?

Zentral- und Osteuropa ist die Hauptzielregion deutscher Auslandsinvestitionen. 43 Prozent der auslandsaktiven Industrieunternehmen wollen dort neue Produktionskapazitäten oder Vertriebsstrukturen auf- oder auszubauen. Für exportorientierte Branchen wie die Kfz-Industrie, Elektrotechnik, Chemische Industrie und den Maschinenbau ist Osteuropa besonders attraktiv.

Diese Industriezweige sind in Baden-Württemberg besonders stark vertreten. Wenn nun Firmen aus unserer Region in Osteuropa expandieren, dann ist es die Aufgabe des SIMT, den entsprechenden Personalbedarf mit zu befriedigen. Daher spielt Osteuropa eine zentrale Rolle in unserer strategischen Planung.

In welcher Form kooperiert Ihr Institut mit Unternehmen aus der Region, die in Osteuropa aktiv sind?

Wir haben bereits heute sehr enge Kooperationen. Im Kuratorium des SIMT sind etliche Unternehmen aus Baden-Württemberg vertreten, die in den neuen Wachstumsmärkten sehr aktiv sind. Das sind beispielsweise der Autozulieferer Behr oder die Managementberatung Horváth & Partner.

Andere Firmenpartner des SIMT, die in Zentral- und Osteuropa tätig sind, nutzen das Stuttgart Institute of Management and Technology als Corporate University für die Weiterbildung ihrer Führungs- und Führungsnachwuchskräfte, beispielsweise das Haus Trumpf.

Läuft Osteuropa aus Ihrer Sicht und Ihrer Erfahrung mit Unternehmen aus der Region Zukunftsmärkten wie China den Rang ab? Wenn ja, warum?

In der strategischen Planung der auslandsaktiven Unternehmen spielt Osteuropa eine zentrale Rolle. Der Anteil der dort aktiven Unternehmen liegt deutlich höher als die Vergleichswerte für China mit 37 Prozent. Osteuropa ist uns kulturell und räumlich einfach näher. Trotzdem: Für die meisten Unternehmen ist es ein ?sowohl als auch". Für global aufgestellte Unternehmen sind beide Räume, Osteuropa und China, von zentraler Bedeutung.

Was könnte das Land Baden-Württemberg tun, um die wirtschaftlichen Beziehungen zu Osteuropa zu stärken?

Wir müssen die Köpfe und Herzen der zukünftigen Entscheidungsträger für uns und unsere Region gewinnen. Dafür brauchen wir eine gezielte Osteuropastrategie. In den Schulen, Hochschulen und den Unternehmen müssen wir Osteuropa verankern. Das Land sollte zentrale Maßnahmenpläne hierfür entwickeln und ihre Umsetzung unterstützen. Dabei braucht es keine neuen Einrichtungen, sondern Förderanreize, damit die Hochschulen und Unternehmen des Landes auch über die unmittelbaren Marktchancen hinaus strategische Positionen aufbauen.

Stuttgarter Nachrichten 11. Oktober 2005

"Kein Erfolg ohne gute Ausbildung"

Stuttgart - Nicht jedem Firmenchef gelingt die Expansion mach Mittel- oder Osteuropa, einige kehren reumütig und mit Verlusten zurück. Häufig ist daran eine ungenügende Vorbereitung der Mitarbeiter auf die fremde Geschäftswelt schuld, meinten die Diskussionsteilnehmer beim Symposium am Stuttgart Institute of Management and Technology (SIMT). Demnach ist es laut Hans-Dieter Müller, Chef der tschechischen Behr-Niederlassung, zwingend nötig, dass Manager im Ausland die Landessprache beherrschen - selbst wenn die Firmensprache Englisch ist. Hinzu kommen nötige Anpassungen an die neue Mentalität, sie erforderten "hier wie dort fähige Leuet", sagte GFT-Chef Ulrich Dietz. Ohne eine solche Gewöhnung ist das Auslandswagnis laut Bayern-LB-Chef Werner Schmidt zum Scheitern verurteilt.

Solche Ergebnisse will das SIMT mit seinen Ausbildungen verhindern. Heutige Studenten aus Mittel- und Osteuropa hätten "hervorragende Berufsaussichten in deutschen Unternehmen", sagte SIMT-Geschäftsführer Bernhard Seitz. M+W-Zander-Chef Jürgen Gießmann ermunterte deutsche Firmen, "die jungen Leute vor Ort zu verankern". Sonst bilde man die eigene Konkurrenz aus. Umgekehrt bietet das SIMT Fachleuten in der Region Weiterbildungen zu den Besonderheiten der neuen Märkte an. Das soll künftig ausgebaut werden. Menno Harms, Ex-HP-Chef und Vorsitzender des SIMT-Kuratoriums, wünschte sich angesichts derzeitiger niedriger Wachstumsraten mehr Unterstützung der Politik: "Ich empfehle der Landesregierung, alles zu tun, um die Firmen bei ihrem Osteuropa-Engagement zu unterstützen.

Stuttgarter Nachrichten 11. Oktober 2005

"Unternehmer müssen in Osteuropa Gas geben"

Symposium: Wachstumschancen nicht verpassen

von Petra Otte

Stuttgart - Firmenchefs müssen sich beeilen sie von den immensen Wachstumschancen in Mittel- und Osteuropa profitieren wollen. Zu diesem Schluss kommt ein Symposium über Chancen und Risiken der neuen Märkte am Stuttgarter SIMT-Institut.

Unternehmertum in Mittel- und Osteuropa "ist eine Erfolgsgeschichte und das Konjunkturprogramm für Deutschland", betonte Michael Harms, Mitglied der Geschäftsführung des Osteuropa-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft. Allein in die acht neuen EU-Mitgliedsstaaten exportieren deutsche Firmen 2004 knapp 120 Mrd. Euro - 3,5 mal so viel wie nach China und 1,7 mal so viel wie in die USA. Von solchen Chance wollen viele profitieren: Nach einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handeltages (DIHK) plane 43 Prozent der Unternehmer in den neuen Märkten neue Fertigungsstätten und Vertriebsbüros.

Dennoch hängen deutsche Firmen hinterher. Mit dem Wirtschaftsboom in den neuen Eu-Ländern wächst beispielsweise der Bedarf an Informationstechnologie stark. "Allerdings müssen wir da Gas geben" betonte Ulrich Deitz, Chef des IT-Dienstleisters GFT. Denn: "Unsere amerikanischen Freunde sind schon alle vertreten." Ähnlich die Situation bei den Banken: Zwar sind 75 Prozent der osteuropäischen Baken laut BayernLB-Chef Werner Schmidt heute in ausländischer Hand. Doch es dominieren Österreicher, Italiener und Belgier. "Die deutschen Banken haben die EU-Osterweiterung verschlafen", so Schmidt. Sie kommen heute auf nur acht Prozent Marktanteil.

Die Expansion ist freilich nicht einfach. Laut Dietz arbeitet die Konkurrenz gen Osten teils mit "Wildwest-Methoden"; dafür benötige man "Durchhaltevermögen und muss manchmal zwei- bis dreimal anfangen". Dennoch engagiert sich der Firmenchef lieber in Märkten "in denen etwas passiert". Dieser Meinung ist auch Schmidt: Von den Wachstumsarten Osteuropas können hiesige Unternehmen nur träumen, Investments bescherten ein Vielfaches der Rendite, "die wir aus Deutschland gewöhnt sind". Gerade Banken hätten nun die "Riesenchance", ihre deutschen Kunden in diese Länder zu begleiten. Vorausgesetzt, sie beachten ein paar Regeln: "Dort laufen die Geschäfte nach anderen Verhaltensmustern. Wer sich dran nicht gewöhnt, scheitert", erklärt Schmidt. Und weiter: "Ich warne davor, ohne ein eignes Management in diese Länder zu gehen."

Grundsätzlich, darin waren sich die Diskutanten einig, kommt kein Unternehmen, das langfristig Erfolg haben will, an Osteuropa vorbei. "Jede Firma mit einem Lohnkostenanteil über 25 Prozent sollte über eine Verlagerung nachdenken", so Harms. Zu Ersparnissen durch günstige und flexible Arbeitskosten komme es bei der Erschließung neuer Märkte: "Das schafft letztlich auch wieder Arbeitsplätze in Deutschland." Harms ist überzeugt: "Die Märkte werden sich weiter überdurchschnittlich entwickeln."

Schon heute wollen zahlreiche Firmen nicht mehr darauf verzichten. Zum Beispiel der Stuttgarter Autozulieferer Behr: Er bekam vor fünf Jahren einen Auftrag in Tschechien nur unter der Bedingung, ein Werk zu eröffnen. Heute erwirtschaften dort 650 Beschäftigte 200 Mio. Euro Jahresumsatz; das Werk trägt laut Landeschef Hans-Dieter Müller entscheidend zur Existenzsicherung bei.

Vis-a-Vis Economy (Beilage Der FTD) 01. September 2005

 

Europa: Herausragende Veranstaltungen im Herbst 2005

Europamagazin

"Herausforderung Zentral- und Osteuropa - Konsequenzen für den Standort "

Von Professor J. Menno Harms, Vorsitzender des SIMT Kuratoriums

Die Länder Zentral- und Osteuropas weisen ein im Vergleich zu Deutschland starkes Wirtschaftswachstum von 4-7 % pro Jahr auf. Viele Unternehmen nutzen bereits die Möglichkeit von Off- und Nearshoring und verlagern betriebliche Prozesse dorthin, um insgesamt wettbewerbsfähiger zu werden. Die Auswirkungen auf die Beschäftigung in Deutschland werden dabei meist überschätzt. Die großen Chancen der neuen Märkte werden dagegen fast immer unterschätzt.

Deutsche Unternehmen sind in den dynamischen Märkten Zentral- und Osteuropas ein bevorzugter Wirtschaftspartner. Exporte und Direktinvestitionen sind in den vergangenen Jahren nachhaltig gestiegen. Grund hierfür sind nicht nur die neuen Marktchancen sondern auch geringere Arbeitskosten, flexiblere Arbeitsmärkte und eine geringere Steuer- und Abgabenlast. Verantwortungsbewusste und innovative Unternehmen sind in diesen Märkten besonders auch aus strategischen Gründen aktiv, um im internationalen Wettbewerb, der nicht zuletzt ein Standortwettbewerb innterhalb der EU-25 und der angrenzenden Staaten ist, bestehen zu können.

Chancen der EU-Osterweiterung nutzen

Dieser Prozess führt, wie eine aktuelle Studie zeigt, per Saldo nicht zwangsläufig zum Abbau von Arbeitsplätzen in Deutschland. Im Gegenteil: Mit Offschoring, Nearshoring und Innovationspartnerschaften erzielen die Unternehmen Einsparungen und können dadurch Produkte und Leistungen günstiger anbieten. Dadurch können die Unternehmen zusätzliche Marktanteile gewinnen und neue Mitarbeiter einstellen, gerade auch in Deutschland. Auf der Beliebtheitsskala ausländischer Unternehmen steht Deutschland unverändert weit vorne, wie eine weitere jüngst veröffentlichte Studie zeigt. Die Infrastruktur und die Ausbildung der Arbeitskräfte wird hoch geschätzt und auch bei der Qualität von Forschung und Entwicklung nimmt Deutschland in der Einschätzung der Befragten die Spitzenposition auf dem Kontinent ein.

Eckpunkte für Wachstum und Produktivität

Um mehr Wirtschaftswachstum, Produktivität und Arbeitsplätze in Deutschland zu erreichen, ist es nur konsequent, wenn wir uns auf Stärken besinnen und die Möglichkeiten der Informations- und Wissensgesellschaft nutzen. Ich will dies mit einigen Eckpunkten aufzeigen:

Investitionen in Forschung und Entwicklung

Von den rund drei Millionen Unternehmen in Deutschland betreiben weniger als 10 % F&E, und insgesamt nur wenig mehr als 1 % tun dies regelmäßig. Wichtig sind Netzwerke innovativer Wertschöpfungsketten für neue und bereits bestehende Technologien.

Ausbau des Wissenstransfers

Der Wissenstransfer von den Universitäten zur Wirtschaft sollt weiter verbessert werden. Mit der beschlossenen Exzellenzinitiative für unsere Hochschulen und der Einrichtung zusätzlicher Graduierten-kollegs, der angestrebten Bildung von Exzellezclustern und Zukunftskonzepten zur internationalen Vernetzung der Disziplinen und der Forschung sind wir hier auf einem guten Weg.

Praxisnahe Ausgründungen

Unsere Hochschulen sollten unternehmerisches Umsetzungswissen stärker lernen und lehren. Es hat ausschließlich Vorteile, wenn Gründer und auch die Forscher die praktischen Wirtschaftsprozesse nicht nur kennen lernen, sondern auch anwenden, beispielsweise Engineering-Verfahren, Produktmanagement, Vertrieb, Service, Preismanagement und betriebswirtschaftliche Messgrößen. Business Schools wie das SIMT leisten hierzu einen wichtigen Beitrag.

Rahmenbedingungen verbessern

Nicht nur die Unternehmen, auch die Hochschulen benötigen bessere Rahmenbedingungen und weniger Bürokratie. Auch wenn Hochschulen keine Unternehmen sind und es auch nicht sein sollen, eines haben sie mit den Unternehmen gemeinsam: Individualität, Kompetenz und Selbstbewusstsein sollten überall gefördert werden, im Wettbewerb der besten Köpfe der Welt.

Führung

Ohne eine Zeitgemäße Führung wird man die gewünschten Ergebnisse kaum erzielien können. Innovationen und Kooperationen werden durch Köpfe und Herzen bestimmt. ?Ideen haben und umsetzen" muss Freude und Leidenschaft erzeugen. Die Bereitschaft und die Fähigkeit zum aktiven Verändern - das ist die Aufgabe der Führung.

Die Chacen, die die Entwicklungen in Zentral- und Osteuropa bieten, sollten wir nicht zuletzt auch mit Phantasie und Kreativität nutzen. Denn im Wettbewerb um höherwertige Wertschöpfung stehen neue Technologien und Verfahren an allen Standorten zeitgleich zur Verfügung. Die entscheidende Frage ist, wie die Ideen an einem bestimmten Standort umgesetzt und wie Ideen und mehrere Standorte miteinander verbunden werden können.

(Beitrag von Prof. h. c. Dipl.-Ing. J. Menno Harms zum Symposiums des SIMT Kuratoriums am 10. Oktober 2005 in Stuttgart)

 

Das Stuttgart Institute of Management and Technology (SIMT) ist die internationale Business School der Universität Stuttgart in Kooperation mit den Universitäten Hohenheim und Tübingen. SIMT arbeitet mit führenden Unternehmen wie Alcatel, Behr, Dürr, Festo, Fischerwerke, Freudenberg, Kärcher, Kern und Liebers, Leitz, Mahle, Schuler und Trumpf zusammen. Als Graduate School of Management bietet das SIMT postgraduale Studienprogramme zum Master of Business Administration (MBA) an. Darüber hinaus bietet es vielfältige Lösungen für die gezielete Aus- und Weiterbildung des mittleren und gehobenen Managements deutscher und internationaler Unternehmen an. Die Lehrmethoden orientieren sich an angelsächsischen Vorbildern. Unterrichtssprache ist in der Regel Englisch.

Stuttgarter Zeitung 18. Juni 2005

"Neue Märkte locken"

Qualifiziert für Osteuropa

Osteuropa lockt als Arbeitsmarkt. Doch den Unternehmen fehlen Marktkenner mit dem spezifischen Knowhow: Es mangelt an Aus- und Weiterbildungsangeboten für osteuropäische Belange, sagt Bernhard Seitz, Geschäftsführer des Stuttgart Institute of Management and Technology (SIMT). Das will man ändern.

Herr Seitz, warum sollten deutsche Fachkräfte den Blick nach Osteuropa richten?

Osteuropa ist die Zukunftsregion für die deutsche Industrie und ein wichtiger Investitionsstandort für Europa. Eine aktuelle Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags unter 7500 Industrieunternehmen zeigt, dass die neuen EU-Mitgliedstaaten Hauptziel deutscher Auslandsinvestitionen sind, vor allem im exportorientierten Branchen wie Kfz-Industrie, Elektrotechnik oder Maschienenbau - gerade die Felder, in denen Baden-Württemberg stark ist.

Bis jetzt zeigen Fachkräfte oder Hochschulnachwuchs doch eher verhaltenes Interesse an einer Karriere in Polen oder Tschechien?

Das stimmt, viele würden die USA, Australien, England oder Frankreich bevorzugen. Doch wer etwas erreichen will, der muss heute nach China - oder Osteuropa. In diesen neuen Märkten tut sich was!

Stellt ein Job in diesen Ländern denn besondere Anforderungen?

Von den grundsätzlichen Inhalten her sind die Managementmethoden auf Grund der geographischen und kulturellen Nähe natürlich weit gehend ähnlich. Dennoch hört man aus den Unternehmen, dass "die richtigen Leute" fehlen. Außer der fachlichen Qualifikation sind vor allem Kommunikationsfähigkeit und Vernetzung wichtig.

Reagiert der Ausbildungsmarkt?

Deutschland hinkt hinterher. Wir haben ja auch kaum Business Schools. Andere Länder sind da viel weiter. Ein Beispiel: Norwegen hat in Lettland die ISM School of Management etabliert. Das ist Strukturpolitik! Man muss sich das mal klar machen: Die lettische Führungselite durchläuft eine norwegische Ausbildung!

Am SIMT gibt es daher Überlegungen für eine "osteuropäischen" MBA?

Wir stellen uns ein MBA-Programm oder berufsbegleitende Weiterbildungsangebote vor. Sicherlch wären die Inhalte des MBA zu 80 % identisch mit dem normalen Programm. Aber man muss die Theorie im osteuropäischen Kontext sehen, also nicht eine Fallstudie eines US-Unternehmens, sondern zum Beispiel eines polnischen Unternehmens heranziehen. Auch die rechtlichen Bedingungen sind ja anders.

Wie sieht der Zeitplan aus?

Wir veranstalten am 10. Oktober ein Symposium zum Thema "Herausforderung Zentral- und Osteuropa - Konsequenzen für den Standort", unter anderem mit Lothar Späth als Diskussionsleiter. Dort wollen wir Unternehmen unser Qualifizierungskonzept vorstellen. Ein Start des MBA und der berufsbegleitenden Weiterbildung wäre im September 2006 denkbar.

(Beruf und Karriere, S. 45)

FAZ Hochschulanzeiger 17. Juni 2005 (Auszug)

Weiterbildung

"Meine Firma fordert und fördert mich"

Von Florian Vollmers

Wer im Wettbewerb bestehen will, muß in die Internationalisierung des Managements und die Weiterbildung seiner Mitarbeiter investieren. Gerade die Unternehmen der Autoindustrie haben sich diese Erkenntnis zu Herzen genommen. Aber auch privat sorgen viele Nachwuchskräfte vor und stecken Zeit und Geld in die eigene Karriere. [...]

International Management-MBA-Programm

Pedro Gonzalez (30) freut sich auf neue berufliche Herausforderungen: "Mein Ziel ist eine neue Aufgabe mit globaler Verantwortung." Was ihn so optimistisch macht, dieses Jobziel auch zu erreichen? Sein Chef schlug ihm im vergangenen Herbst vor, sich doch berufsbegleitend einen MBA in International Management anzueignen. "Meine Firma fordert und fördert mich eben." Pedro Gonzalez arbeitet im Produktmanagement des Autozulieferers Behr, einer der "Hidden Champions" der Branche. Behr ist spezialisiert auf Fahrzeugklimatisierung und Motorkühlung und zählt zu den führenden Erstausrüstern bei Pkw und Nutzfahrzeugen. Gonzalez stieß vor dreieinhalb Jahren nach seinem Studium in Valencia und Braunschweig auf das Unternehmen und wurde schnell in ein internes Förderprogramm aufgenommen.

Das International Management-MBA-Programm absolviert der Spanier am Stuttgart Institute of Management and Technology (SIMT). Die Business School der Uni Stuttgart gehört zu den größten Anbietern von MBA-Programmen in Deutschland und laut Ranking des Londoner International Recruiters Survey zu den besten in Europa. In seinen Studiengängen setzt das SIMT insbesondere auf die Themen Technologie und Innovation. Ein weiterer Schwerpunkt ist die internationale Ausrichtung: Mehr als zwei Drittel der Vollzeitstudierenden stammen aus dem außereuropäischen Ausland. "Der kulturelle Austausch in unseren Kursen ist sehr intensiv", berichtet Pedro Gonzalez. "Das macht nicht nur Spaß, sondern bringt natürlich auch viel für meine persönliche Entwicklung." Außerdem findet Gonzalez die Mischung aus Technologie und Managementthemen im SIMT-Programm gelungen: "Super war der Kurs zu Strategic Operation Management, in dem wir Fälle aus der US-Wirtschaft analysiert haben, oder auch das Seminar zu Technologieinnovationen."

Die Business School SIMT geht nunmehr in das achte Jahr seit ihrer Gründung. Die Verbindung mit der Wirtschaft ist besonders mit der Automobilindustrie eng gestrickt, sind doch im Stuttgarter Raum zahlreiche Hersteller und Zulieferer ansässig. Im sogenannten "SIMT-Kuratorium" arbeiten Führungspersönlichkeiten aus den Unternehmen zusammen, um den Personalaustausch des Institutes mit der Wirtschaft tatkräftig zu fördern. [...]

Schwarzwälder Bote (Gesamtausgabe) 11. Juni 2005

"Wettbewerb um die besten Köpfe"

Von Kai Müller

Stuttgarter Managementschule bildet Führungskräfte aus

"In einigen Jahren wird sich der Wettbewerb um kompetente Führungskräfte deutlich verschärfen" sagt Jörg Menno Harms, Aufsichtsratmitglied bei Hewlett-Packard und Kuratoriums-Vorsitzender des SIMT.

Das Stuttgart Institute of Management and Technology hat sich zum Ziel gesetzt, Führungskräfte für die Unternehmen aus- und weiterzubilden. Die internationale Managementschule der Universität Stuttgart, Hohenheim und Tübingen bietet Studienabsolventen seit 1998 die Zusatzqualifikation Master of Business Administration an. Die Unterrichssprache ist Englisch. Die Schule sieht sich vor allem als Dienstleister des Mittelstands: "Viele mittelständische Firmen sind heute global tätig, doch oft fehlt das dafür ausgebildete Personal", erklärt Harms. Kräfte etwa, die auf internationalem Parkett nicht ins Stolpern geraten und auch komplexe Projekte leiten können.

Hier setzt das SIMT an: Es schult das zukünftige Kernpersonal, bietet aber auch unter dem Schlagwort "Lebenslanges Lernen" Weiterbildungsmöglichkeiten für erfahrenen Fachkräfte an. Mit dieser Investition in die Bildung ihrer Mitarbeiter könnten die Unternehmen in Baden-Württemberg auch zukünftig ihre gute Wettbewerbsposition sichern, erklärt Harms. Insgesamt 49 Absoventen aus 22 Ländern haben in diesem Jahr ihr Examen an der Managementschule absolviert. Alle Studenten des Jahrgangs 2005 sind laut Geschäftsführer Bernhard Seitz bei einem Unternehmen untergekommen.

Auch die Nachfrage nach einer derartigen Ausbildung steige wieder, ergänzt Harms: "Wir haben die Talsohle duchschritten", spielt der 65-Jährige auf die finanzielle Krise der SIMT an, die im vergangenen Jahr fast das Aus für die Managementschule bedeutet hätte. Dass es einen enormen Grundbedarf an der Aus- und Weiterbildung von Führungskräften gebe, habe aber ohnehin nie zur Debatte gestanden, macht Seitz deutlich.

Stuttgarter Zeitung Und Stuttgarter Nachrichten 16. April 2005

"Wettbewerb um die Talente"

Stuttgarts Business School

Unter dem Motto "Wettbewerb um die besten Köpfe und Talente - Was erwartet die Wirtschaft in zehn Jahren?" hatte das Stuttgart Institute of Management and Technology (SIMT) im Januar regionale Unternehmer zu einem Symposium geladen. Einigkeit bestand, dass es angesichts der demographischen Entwicklung in den nächsten Jahrzehnten für die Unternehmen immer wichtiger wird, ihren Personalbedarf vorausschauend zu planen. Man müsse in die Internationalisierung des Managements und die berufsbegleitende Weiterbildung der Mitarbeiter investieren,wenn man im Wettbewerb bestehen will, betonte Menno Harms, Aufsichtsratsmitglied bei Hewlett-Packard und Vorsitzender des SIMT-Kuratoriums.

Das SIMT, die Business School der Universität Stuttgart in Kooperation mit den Universitäten Hohenheim und Tübingen, setzt in ihren MBA-Studiengängen insbesondere auf technologie- und innovationsorientierte Themen. Die 16-monatigen Vollzeitprogramme bieten die Vertiefungsrichtungen International Management, Management Information Systems, Technology and Innovation Management, Finance and Investment sowie Health Care Management. Mehr als zwei Drittel der Vollzeitstudierenden stammen aus dem außereuropäischen Ausland, vorallem aus Japan, Korea, China, Südamerika und Osteuropa. International Management wird aber auch als 20-monatiges berufsintegriertes MBA-Studium angeboten, Unterricht ist wöchentlich freitags und samstags sowie in einzelnen Wochenblöcken. Mindestens zweijährige Berufspraxis sollte man mitbringen. Dieses Programm - "ein Renner", wie SIMT-Sprecher Peter Greulich sagt - absolvieren die Teilnehmer gemeinsam mit den internationalen Vollzeitstudenten.

Das Programm kann aber auch als modulares Blockseminar gewählt werden, ebenso wie der Studiengang MBA-Health-Care-Management. Modular heißt: Unterricht einmal pro Monat donnerstags bis samstags sowie in einigen Wochenblöcken. Darüber hinaus gibt es Management-Development-Programme für das mittlere und gehobene Management. Im Ranking des Internationalen Recruiters Survey 2004 des MBA Career Guide London werden die Stuttgarter auf Platz 20 der besten europäischen Business Schools aufgeführt. 2002 war es noch Rang 37.

(Weiterbildung - S.50)

IHK Magazin Wirtschaft 4/2005

Internationale Spitzentalente für Baden-Württemberg

Von J. Menno Harms

In wenigen Jahren wird unsere Wirtschaft stark von Querschnittstechnologien abhängig. Gleichzeitig nimmt die internationale Arbeitsteilung rasch zu. Die Wirtschaft Baden-Württembergs hat gute Chancen, ihre Spitzenpositionen weiterhin zu behaupten, doch dazu muss die Brücke zwischen Wirtschaft und Wissenschaft breiter und von beiden Seiten noch stärker genutzt werden.

Wie die jüngst veröffentlichten Zahlen belegen, liegt das Wachstum in Baden-Württemberg deutlich hinter der boomenden Weltkonjunktur. Wir brauchen wieder Wachstum durch Innovation! Wir alle müssen deshalb noch entschlossener in die Bildung der nächsten Generation und in die Weiterbildung unserer Mitarbeiter investieren. Jetzt und kräftig! Niemand will, dass weitere Arbeitsplätze verloren gehen. Dafür brauchen wir Eliten, die die zukünftige Wertschöpfung maßgeblich mitgestalten. Wachstum ist unabdingbare Voraussetzung für mehr Beschäftigung. Bildung und Weiterbildung kommen hinzu. Und jeder muss sich weiterbilden und anpassen, vor allem wegen der kurzen Technologie- und Prozesszyklen sowie wegen der Komplexitätszunahme neuer Arbeitsverfahren. "Lebenslanges Lernen" und damit eine berufsbegleitende Weiterbildung sind unverzichtbar geworden.

Die Mitarbeiter in den Spitzenunternehmen des Landes müssen längst viel mehr mitbringen als eine erstklassige formale Ausbildung. "Soft skills" wie Lernkompetenz, interkulturelles Verständnis, Weltoffenheit, Mehrsprachigkeit und der verantwortungsbewusste Umgang mit dem Rohstoff Information werden immer wichtiger. Jedes Unternehmen, besonders der Mittelstand, benötigt fähige und verantwortungsbewusste Mitarbeiter, die in jeder Situation produktiv sind und eigenverantwortlich und zukunftsorientiert handeln.

Wenn ich für Eliten plädiere, dann hat dies auch damit zu tun, dass die stärkere internationale Arbeitsteilung Mitarbeiter aus vielen verschiedenen Ländern erfordert. Deutsche arbeiten für internationale Unternehmen in aller Welt. Und so ist es eben auch umgekehrt! Außerdem, in manchen Weltreligionen ist es unverzichtbar, dass man heimische Führungskräfte an der Spitze der Auslandsgesellschaften eines unternehmens in Baden-Württemberg einsetzt. Es kann für unsere Unternehmen daher zum Wettbewerbsvorteil werden, wenn internationale, berufserfahrene Bachelor-Absolventen zum MBA-Studium nach Baden-Württemberg kommen, beispielsweise an die Business School SIMT in Stuttgart, und bereits während ihres weiteren Studiums mit ihren späteren Arbeitgebern im Lande in Kontakt stehen. Sie stellen ein wichtiges Führungspotential für einen Einsatz in ihren Heimatländern dar.

Top Unternehmen im Kuratorium

Das Kuratorium der SIMT, in dem baden-württembergische Top-Unternehmen vertreten sind, hat es sich zur Aufgabe gemacht, Firmen bei der Planung ihres Personalbedarfs zu unterstützen. Das SIMT-Kuratorium engagiert sich nachhaltig für diese Weiterbildungseinrichtung der Universität Stuttgart, da das SIMT international etabliert und in der Lage ist, Talente aus dem In- und Ausland anzuziehen. Dazu gehört auch die unternehmensübergreifende Zusammenarbeit, etwa bei gemeinsamen ?High Potential-Programmen" im Rahmen der Führungskräfteweiterbildung. Neben den internationalen Managementprogrammen, in denen Nachwuchskräfte für die baden-württembergische Wirtschaft ausgebildet werden, stellen das berufsbegleitende "Management Education Network" und die Seminarangebote des SIMT wichtige Eckpfeiler für gezielte Personalentwicklungsmaßnahmen dar.

Die in Baden-Württemberg entwickelten Spitzentechnologien werden in aller Welt eingesetzt. Viele dieser Lösungen sind ohne gute Umsetzung nicht möglich. Es geht also um Köpfe und Hände, aber genauso auch um Herzen! Gute Mitarbeiter hält man nur durch eine zeitgemäße Führungskultur. Bei den drastischen Veränderungen in den Unternehmen kommt es daher auf die Führungskunst an. Sie beruht zum großen Teil auf guter Kommunikation. Gute Führungskräfte werden ihren Mitarbeitern Vertrauen und Orientierung vermitteln. Die Bereitschaft zum Verändern und lebenslangen Lernen aber muss bei allen Mitarbeitern vorhanden sein. Das Ziel ist klar: Mehr Innovation, mehr Wachstum, Wettbewerbsvorteile sichern durch mehr Bildung.

IHK-Tipp: SIMT Business School

Das Stuttgart Institute of Management and Technology (SIMT) ist die internationale Business School der Universität Stuttgart in Kooperation mit den Universitäten Hohenheim und Tübingen. Das SIMT wurde 1998 auf Initiative mehrerer Unternehmen, unter ihnen Bosch, Daimler-Chrysler, Hewlett-Packard, Siemens und Trumpf gegründet. Als Graduate School of Management bietet das SIMT postgraduale Studienprogramme zum Master of Business Administration (MBA) an. Darüberhinaus bietet es Lösungen für die gezielte Aus- und Weiterbildung des mittleren und gehobenen Managements deutscher und internationaler Unternehmen an. Die Lehrmethoden orientierne sich an angelsächsischen Vorbildern. Unterrichtssprache ist in der Regel Englisch.

Schwäbische Zeitung 9.Februar 2005

Internationale Absolventen nützen unserer Wirtschaft

SZ-Interview mit Jörg Menno Harms

Unternehmen müssen in Zukunft immer stärker um qualifizierte Mitarbeiter kämpfen, davon ist Professor Jörg Menno Harms überzeugt. Wie sich Baden-Württemberg für die Zukunft wappnen kann, um als Standort zu bestehen, erklärt der frühere Hewlett-Packard-Geschäftsführer im Gespräch mit SZ-Redaktionsmitglied Christiane Wohlhaupter.

SZ: Was erwartet die Wirtschaft in zehn Jahren? Und wie kann sie sich darauf vorbereiten?

Harms: Das Gobale Wirtschaftsgeschehen verändert sich sehr rasch. Andere Länder übernehmen Aufgaben, die unsere Wirtschaft bisher ausübte.Unsere Unternehmen müssen sich weiter der globalen Arbeitsteilung anpassen, oder sie fallen zurück oder scheiden aus. Die zukünftigen Chancen liegen vor allem in höherwertigen Produkten, Dienstleistungen und Geschäftsprozessen. Was also zählen wird, sind neue Ideen, neues Wissen und Problemlösungskompetenz.

SZ: Wie können sich die heutigen Studienanfänger am besten für die Anforderungen von morgen qualifizieren?

Harms: Zunächst müssen wir alle noch entschlossener in die Bildung der nächsten Generation und in die Weiterbildung unserer Mitarbeiter investieren. Jetzt und kräftig. Die heutigen Studienanfänger müssen aber noch viel mehr mitbringen als eine erstklassige formale Ausbildung. So genannte "soft skills" wie Lernkompetenz, interkulturelles Verständnis, Weltoffenheit, Mehrsprachigkeit und der verantwortungsbewusste Umgang mit den Rohstoff Information werden immer wichtiger. Letztlich kommt es darauf an, in jeder Lebens- und Berufssituation produktiv zu werden und eigenverantwortlich und zukunftsorientiert zu handeln.

SZ: Einerseits werden die deutschen Studienzeiten als zu lang kritisiert, andererseits wird ein umfassende Ausbildung gefordert. Widerspricht sich das nicht?

Harms: Nein. Die Regelstudienzeiten sind heute mit sechs bis acht Semestern für einen Berufsakademieabschluss oder en Universitätsdiplom völlig in Ordnung, auch im internationalen Vergleich. Dasselbe gilt für die künftigen Bachelor- und Masterabschlüsse.

SZ: Sie wollen mehr internationale Spitzentalente für Baden-Württemberg gewinnen. Warum reicht es nicht aus die eigenen Leute ausreichend oder besser zu qualifizieren?

Harms: Weil die stärkere internationale Arbeitsteilung Mitarbeiter aus vielen verschiedenen Ländern erfordert. So arbeiten viele deutsche Fachkräfte für internationale Unternehmen in allen Ländern der Welt - und umgekehrt. Außerdem ist es in manchen Weltreligionen unverzichtbar, dass man heimische Führungskräfte an der Spitze der Auslandsgesellschaften eines Unternehmens aus Baden-Württemberg einsetzt. Es kann für unsere Unternehmen daher zum Wettbewerbsvorteil werden, wenn internationale, berufserfahrene Bachelor-Absolventen zum MBA-Studium nach Baden-Württemberg kommen - beispielsweise an die Business School SIMT in Stuttgart - und bereits während ihres weiteren Studiums mit ihren späteren Arbeitgebern im Lande in Kontakt stehen. Diese Absolventen stellen ein wichtiges Führungspotential für einen möglichen Einsatz in ihren Heimatländern dar.

SZ: Wie kann eine höhere Wertschöpfung den Verlust an Arbeitsplätzen in der deutschen Wirtschaft ausgleichen? Überspitzt formuliert: Was hat denn ein arbeitsloser ehemaliger Werksarbeiter davon, wenn Eliten und Talente besser gefördert werden?

Harms: Eliten und Talente werden die zukünftige Wertschöpfung am deutschen Wirtschaftsstandort maßgeblich mitgestalten und für Wachstum und Innovation sorgen. Und Wachstum ist die unabdingbare Voraussetzung für mehr Beschäftigung. Bildung und Weiterbildung kommen als zweite Voraussetzung hinzu. Der Werksarbeiter muss sich genauso weiterbilden und anpassen. "Lebenslanges Lernen" und damit eine berufsbegleitende Weiterbildung ist unverzichtbar geworden. Das gilt für jeden - vor allem wegen der kurzen Technologie- und Prozesszyklen sowie durch die Komplexitätszunahme vieler neuer Arbeitsverfahren.

Diplom Ingenieur Jörg Menno Harms (65) ist heute noch im Aufsichtsrat des Computerkonzerns Hewlett-Packard tätig. Er gehört zahlreichen Kuratorien, Verwaltungsräten und Vorständen von Forschungsinstituten, Verbänden und Initiativen an und ist Vizepräsident des Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien. Er ist Vorsitzender des Kuratoriums des SIMT (Stuttgart Institute of Management and Technology). Das SIMT , die internationale Managementschule der Universitäten Stuttgart, Hohenheim und Tübingen, bietet Studienabsolventen seit 1998 die Zusatzqualifikation Master of Business Administration an.

Stuttgarter Amtsblatt 23. Dezember 2004

SIMT unter den 20 Besten in Europa

Im aktuellen Ranking der Global Top 100 Business Schools des "MBA Career Guide", London, wird das Stuttgart Institute of Management and Technology (SIMT) inzwischen auf Platz 20 der besten Business Schools in Europa geführt und hat damit seine Position in den vergangenen Jahren stetig verbessert. Grundlage der Untersuchung ist eine Befragung unter mehr als 300 Unternehmen. SIMT wurde im Jahr 2002 erstmals auf Platz 37 in dieser Studie gelistet, im Jahr 2003 wurde Paltz 23 erreicht.

Stuttgarter Zeitung 17.April 2003

Studieren neben einem Vollzeitjob

Von Silke Schieber

Ein Ingenieur erhofft sich ein besseres Verständnis für Betriebswirtschaft und Marketing

Der Ingenieur Armin Sulzmann bildet sich neben seiner Arbeit bei Daimler-Chrysler fort: Weil er bessere Einblicke in Marktforschung, Verkauf oder Herstellungsplanung bekommen will, absolviert er ein Teilzeitstudium am Stuttgart Institute of Management and Technology.

Dreiteiliger Anzug, Krawatte, kräftiger Händedruck, direkter, freundlicher Blick - Armin Sulzmann wirkt wie ein erfolgreicher Geschäftsmann. So einen wie ihn könnte man sich gut im Beraterteam einer großen Bank vorstellen. Doch Sulzmann hat nicht Betriebswirtschaftslehre oder Wirtschaftswissenschaften studiert, sondern Maschienenbau an der Technischen Hochschule in Karlsruhe. "Wenn man wie ich die Leistungskurse Mathe und Physik gewählt hat, dann will man Ingenieur werden.", sagt er.

Dieses Ziel hat er längst erreicht. Doch der 35-Jährige, der bei Daimler-Chrysler für die Entwicklung neuer Antriebssysteme von Nutzfahrzeugen zuständig ist, hat im Berufsleben die Erfahrung gemacht, dass ihm Fachwissen und Technikverständniss nicht genügen. "Ingenieure, das sind die mit den guten Ideen", sagt er. "Aber man muss die Produkte hinterher auch verkaufen." Und wenn nach der Entwicklung die Abstimmung mit den anderen Abteilungen beginnt, geht es nicht mehr um die beste technische Lösung für ein bestimmtes Problem an Motor, Achse oder Getriebe eines Fahrzeugs, sondern darum, ob der Markt reif für das neue Produkt, ob und wie sich die Herstellung finanzieren lässt oder wie es am besten verkauft werden soll - und dann "reden einem ganz viele Leute in das Produkt rein", stellt er fest.

Weil er mit seinen Kollegen, die für diese Bereiche verantwortlich sind, intensiver zusammenarbeiten möchte, bildet sich Armin Sulzmann weiter. Neben seiner Arbeit bei Daimler-Chrysler absolviert er ein Teilzeitstudium am Stuttgart Institute of Management and Technology (SIMT), um den Master of Business Administration (MBA) zu machen. Seine Firma unterstützt ihn, ebenso wie die Unternehmen der vier anderen berufstätigen Studenten, indem sie einen Teil der Kosten von insgesamt etwa 21 000 Euro für das Studium übernimmt und ihn einen Tag pro Woche freistellt, an dem er Veranstaltungen in Hohenheim besuchen kann. Den Rest, sagt er, müsse man selbst organisieren, wobei "man es der Leistung in der Firma natürlich möglichst nicht anmerken sollte, was da alles nebenher läuft". Zwanzig Monate lang studiert er von Donnerstagabend bis Samstagabend, wird 21 Prüfungen machen und eine Diplomarbeit schreiben, und zwar auf Englisch, der Unterrichtssprache in der privaten Hochschule.

Die Kombination von Studium und Berufstätigkeit sei anstrengend und aufwendig, sie koste viel Zeit, gibt er zu: "Man klingt sich für diese Zeit schon ziemlich aus dem Leben aus, als Freizeit bleibt einem höchstens ein Abend pro Woche und gelegentlich ein Sonntag." Warum investiert er soviel in eine zusätzliche Ausbildung, anstatt sich darauf zu konzentrieren in der Firma voranzukommen? Als Antwort zeichnet Sulzmann zwei Kreise, die sich überschneiden: In den einen malt er eine Glühbirne, die Ideen des Ingenieurs, in den anderen das Eurozeichen, den betriebswirtschaftlichen Aspekt. "Mit dem MBA kann ich auch diesen Teil abdecken", erklärt er, während er die Schnittmenge der beiden Kreise schraffiert. Man lerne, die Sprache der Marketingleute zu sprechen, verstehe besser, wie diese ihre Entscheidungen treffen. "Und so finden sich viel mehr Anknüpfungspunkte, wie man die Ideen aus dem eigenen Bereich besser vorantreiben kann", meint er.

In dem Studium lernt er die Grundlagen von Marktforschung, Herstellungsplanung, Qualitätskontrolle und Kostenmanagement, allerdings beschränkt sich die Ausbildung seiner Erfahrung nach keineswegs auf die Theorie. "Mehr als die Hälfte der Zeit verbringen wir damit, im Team Fallstudien von Firmen zu bearbeiten, die Krisen durchlebt haben", berichtet er. In dieser Zusammenarbeit mit den Vollzeitstudenten am SIMT, von denen 80 Prozent aus dem Ausland kommen, "lerne ich, wie sich mit den vorhandenen Informationen in solchen Situationen eine vermeintlich richtige Entscheidung treffen lässt". Auf diese Weise erfahre er praktisch, welche neuen Modelle es gebe, um komplexe Probleme zu lösen.

Als einen Vorteil der Ausbildung sieht er auch den intensiven Umgang mit Menschen aus anderen Kulturen auf freundschaftlicher, offener Basis. "So lerne ich, mehr Antennen für Eigenheiten und Umgangsformen von Menschen aus anderen Ländern zu bekommen", sagt er. "Wenn da etwas schief läuft, kann das in einem internationalen Team Verwirrung stiften und die Firma Geld kosten." Die Kontakte in dieser internationalen Gruppe beurteilt er als "ideal für die Arbeit in einer global aufgestellten Firma". Die übrige Erfahrung aus der Doppelfunktion als berufstätiger Student fasst er knapp zusammen: "Man lernt, Wichtiges von Unwichtigiem zu unterscheiden, man wird relativ effektiv und trifft Entscheidungen auch schneller als früher."

Im Mai kommenden Jahres, so plant Armin Sulzmann, wird er sein Studium am SIMT mit der Diplomarbeit abgeschlossen haben. Vorgesehen ist, dass er diese in einem Arbeitsgebiet bei Daimler-Chrysler macht, um das neue Wissen dort gleich anwenden zu können. "Ich überlege, welche Entwicklungen ich heute anstoßen kann, damit in fünf bis zehn Jahren ein besseres und sichereres Nutzfahrzeug entsteht", erklärt er.Und spätestens dann wird er auch wissen, ob sich der Einsatz für ihn gelohnt hat.

(Campus - S. 34)